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Zusammenfassung

Die ersten Schritte des Amateurboxens erfolgten in Deutschland in getrennten Verbänden mit unterschiedlicher Ausrichtung. Die Ausbildung richtete sich nach Vorlagen, die weitgehend aus dem Ausland stammten. Erst in den zwanziger Jahren entstanden viele Werke, die sich mit der Technik des Boxens auseinandersetzten. Die einsetzende Förderung des Boxsports, die einen breiten politischen Hintergrund hatte, führte im Laufe der Jahre zu hervorragenden Leistungen. Ein ganz neuer Schritt erfolgte nach der Machtergreifung durch den Faschismus. Der Boxsport erhielt eine politische Ausrichtung, die auch das Verbot der Arbeitersportverbände und der jüdischen Boxorganisation beinhaltete. Unter den Bedingungen des Krieges diente der Sport zur Demonstration der politischen Macht ebenso wie zur Stabilisierung der Verhältnisse. Das betraf die Olympiade 1936, aber auch die „Kriegseuropameisterschaften“, die ohne demokratische Rechtsgrundlage in Deutschland ausgetragen wurden. Die beiden unterschiedlichen Systeme, die sich nach 1949 herausbildeten, schufen auch Bedingungen für die sportliche Betätigung. In der DDR war sie sogar gesetzlich verankert. Bedingt durch den politischen Kampf der beiden Systeme war der Sport in diese Auseinandersetzungen fest eingebunden. Der Boxsport in der Bundesrepublik sollte eigentlich nach den Vorbild der Zeit vor 1933 wieder aufgebaut werden. Doch bereits in der Aufbauphase nach 1945 setzten sich nur die Vorbilder des Reichsausschusses für Amateurboxen durch und erhielten eine Unterstützung. Die zentrale Steuerung des Amateuerboxens in der DDR führte zu Konzentrationen und diente als ein Mittel zum Systemvergleich. Viele Faktoren, von der Forschung über die staatliche Unterstützung bis zum Förder- und Auswahlsystem führten zu Spitzenpositionen im Weltsport. Viel schwerer hatte es der Amateursport in der Bundesrepublik, der nur eine begrenzte staatliche Förderung erhielt und durch die Organisation auf Vereins- und Landesebene viele unterschiedliche Interessenlagen beachten musste. Auch die Gleichbewertung von Amateur- und Berufssport schränkte die Leistungsfähigkeit des Amateursports ein. Mit dem Anschluss der einzelnen Länder der ehemaligen DDR nach 1989 war auch ein breiter Wechsel der Leistungssportler verbunden. Auf der Grundlage der nun auf ganz Deutschland übergreifenden modernen Trainingskonzepte und der vielen Nachwuchsathleten errang der gesamtdeutsche Amateursport einen Aufschwung in Spitzenpositionen in der Welt.

Das Jahr 1992 ist eigentlich das Jahr großer Erfolge aber auch das Jahr des sich andeutenden Niedergangs des Leistungssports in den Ländern im Osten Deutschlands. Die Hochburgen des Sports, wie Schwerin, Halle oder Gera waren in der alten Form nicht mehr gewünscht und viele Leistungsträger folgten finanziellen Angeboten. Mit dem Ableben der DHfK in Leipzig büßte der Kampfsport insgesamt und auch der Boxsport teilweise die Leitstelle der Forschung ein. Spitzentrainer und viele Trainer auf den unteren Ebenen fanden im Sport keinen Eingang mehr. Eine Folge davon war das zeitweise Aussetzen des Fördersystems für die Nachwuchssportler. Zeitverzögert betrachtet bedeutete das eine Lücke im Spitzensport, ein Absinken der führenden Position im Weltboxsport. Doch auch innerhalb des Boxens entstanden zu wenig neue Ideen, um den Sport unter den neuen Bedingungen größere Impulse zu verleihen. Da der Sport in persönlichem Umfeld, in nationalen und internationalen Rahmen große Bedeutung hat, sollte es doch möglich sein, ihn im größerem Umfang jene Unterstützung zukommen zu lassen, damit er ein würdiges Spiegelbild der kulturellen sportlichen Entwicklung bleibt.


gs/zusammenfassung.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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