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gs:w:1987

1987 - Länderkampf mit Niederlage

Wenn die Entwicklung des Jahres betrachtet wird, könnten wir die Rangliste der AIBA zum Jahresanfang und Jahresende heranziehen. Zum Jahresanfang waren auf den Plätzen fünf bis neun Gies, Künzler, Nieroba und Bott zu finden. Am Jahresende gibt es fast die gleichen Platzierungen, aber es fehlte Nieroba. Die Boxer des DABV waren international weniger in Erscheinung getreten, aber es war zu verzeichnen, dass die nationalen Wettkämpfe ein hohes Niveau zeigten, aber Spitzenleistungen nur durch Einzelne erbracht wurden. Wie immer begann das Jahr mit dem Bundesligakämpfen, die sich in den einzelnen Ligen bis April hinzogen. Als erste schloss die 1. Bundesliga die Wettkämpfe mit einem Sieg von BSK Ahlen ab. In der 2. Bundesliga war Mühlheim besser als Velbert. In der Oberliga Nord erreichte den 1. Platz KG Dortmund und in der Oberliga Süd BS Rhein Neckar. Eingebaut in diese Wettkämpfe waren ein Kaderlehrgang und eine Konditionsschulung für Spitzenleute, aber immer nur für kurze Zeiträume. So vorbereitet gingen die Wettkämpfer in den Länderkampf gegen Polen. Die Punkte für den DABV holten der Ersatzmann für Nieroba, der Berliner Gusnick, Gies und Guerttari. Das Ergebnis lautete 6:14. Nach einem Test ging es weiter zum Chemiepokal nach Halle. Dort konnte sich aber nur Mittelgewichtler Fikara über den 3. Platz freuen. Als Generalprobe vor den Weltmeisterschaften galt der Inter-Cup im badischen Hemsbach. Das war eine internationale Veranstaltung, die sich der Verband auf die Dauer finanziell nicht leisten kann 1). Aber sie gab den DABV- Startern vor den eigenen Publikum die Möglichkeit, über sich selbst hinaus zuwachsen. Im Finale ist das Künzler auch sehr gut gelungen. Für Fliegengew. Kamm und Leichtgewichtler Gies reichte es zum Silberplatz. Andere Vorstellungen hatte der DABV von den zu erwartenden Ergebnissen der 27. Europameisterschaften in Turin. Und er wurde bitter enttäuscht. Es gab keine Medaille. Die UdSSR, die DDR, Bulgarien und Holland teilten sich in die 1. Plätze. Die Schlussfolgerungen für den DABV aus dieser bitteren Niederlage ist die umfangreichere Turnierteilnahme und eine intensivere Vorbereitung mit den Boxern der USA. Diese Mannschaft war bereits am 8. Juli in der Deutschlandhalle in Berlin zum ersten Vergleich mit einer fast unbekannten Mannschaft gestartet. Am Ende hieß es 12:12. Die Sieger: Maczuga, Kästner, Künzler, Gusnik, Ottke und Schnieders. Auch der Zweitstart brachte das gleiche Ergebnis.

Dreizehn Jahre lang hatte der DABV nicht am Berliner TSC-Turnier teilgenommen. Beim Start in diesem Jahr erkämpfte sich Ottke einen 2. Platz und Künzler eine Bronzemedaille. Der Boxsport berichtete: „DABV-Heimkämpfe in Ost-Berlin“ um die Stimmung zu kennzeichnen, die auch zu diesem Erfolg beigetragen hatte.

Bronzemedaille für Künzler

Bereits vier Wochen später startete der DABV einen Länderkampf gegen England, der mit 2:18 und 8:12 - wenn auch mit stark umstrittenen Urteilen- verloren wurde. Wieder vier Wochen später waren die Finals der Deutschen Meisterschaft in Nürnberg. Den Meistertitel sicherten sich: Reisner, Besken, Maczuga, Hainzer, Kästner, Gies, Künzler, Nieroba, Ottke, Bott, Wilmes, Schnieders. Doch auch Neues deutete sich außerhalb des Ringes an, eine Verbesserung der Beziehungen der beiden Boxverbände auf deutschen Boden durch die Beobachtertätigkeit von Debert (Cheftrainer der DDR-Boxer) beim Finale in Nürnberg. Und wieder bereits wenige Wochen später kommt es zu dem von beiden Seiten gewünschten Vergleich der Boxstaffeln des DBV und des DABV. Die 4:20 Niederlage des DABV war vorherzusehen.Der Wettkampf war von den Boxfunktionären nicht gewünscht, sondern von „oben verordnet“ 2). Die Funktionäre wiesen darauf hin, dass sich die Schere im Leistungssport durch das Auswahlsystem der DDR immer weiter vergrößern wird.

Auch die Nachwuchsförderung erweiterte sich. Am Schweriner Juniorenturnier beteiligten sich: Stettinger, Schillinger; Mühlbauer, Windgassen und Geier. In diesem hochklassigen Turnier erkämpfte Stettinger einen 3. Platz.

Landshut war der Austragungsort der 15. Deutschen Jugend –Meisterschaften, vom 1./2. Mai. An diesen Wettkampf beteiligten sich 51 Aktive. Zur Ermittlung des Meisters waren 39 Kämpfe notwendig. In diesen Kämpfen gab es nur zwei K.o.-Entscheidungen. Den Titel erkämpften (Papiergew. A bis Schwergewicht): Wurdak, Joos, Jobst, Knees, Scheibe, Herbst, Oepen, Doktor, Sambiasi, Brenk, Schlosser, Hufermann und Halter.

Die vom 28./30.Mai laufenden Deutschen Juniorenmeisterschaften in Umkirch/Freiburg zeigte ein sehr differenziertes Niveau. Die Entscheidungen in den Endkämpfen: 4 x Punktsiege, 1x K.o., und 6 x RSC sprechen für keine ausgewogene Leistungsdichte. Meister wurden: (Halbfliegen- bis Schwergewicht) Ruppert, Edis, Hettl, Schillinger, Mühlbauer, Windgassen, Geier, Miller, Frommbeck, Mieling und Stettinger. Wie gut die Junioren gefördert worden sind, zeigte sich bei den Weltmeisterschaften in Havanna, bei denen Geier und Stettinger eine Bronzemedaille errangen.

Doch auch in unteren Kampfklassen gab es viele Erfolge, die nicht immer ins Auge fielen. So siegten die Junioren in einem Vergleich mit der Schweiz 19:13. Die Heidenheimer konnten in Wales einen 16:6 Sieg verbuchen. Es gab Turniersiege in Ungarn und bei dem Silber-Distel-Pokal Silber durch Wilmes und Teuchert und drei 3.Plätze waren das Ergebnis der Teilname an der CSIM Meisterschaft.


1) Boxsport 14/1987, S.3
2) Boxsport 35/1987, S. 2
gs/w/1987.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:21 (Externe Bearbeitung)

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