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gs:w:1979

1979 - Erfolgreiche Europameisterschaften

Der Weltverband hatte Ende 1978 viele Neuregelungen angeregt und zum Teil bereits umgesetzt. So gab es eine neue Gewichtsklasse, das Superschwergewicht. Für internationale Begegnungen waren von der AIBA bestätigte Kampfrichter einzusetzen, deren Urteile durch eine zu bildende Jury verändert werden konnten. Der Medaillengewinn war an einen Kampf gebunden und konnte nicht durch Freilos oder Verletzung gewonnen werden. Dagegen konnte sich die Einführung der 10 Unzen Handschuhe und des Kopfschutzes noch nicht durchsetzen, da die Beweise für deren Schutzfunktion noch nicht überall überzeugten. Auch zum Doping erfolgte eine Festlegung, die eine Sperre der betroffenen Sportler vorsah. Das waren wichtige Entscheidungen.

Peter Hussing im Länderkampf Deutschland Schweden gegen Conny Akesson- Foto: von Horst Müller Düsseldorf

Die Europameisterschaften dieses Jahres starteten in Köln. Doch der Blickwinkel war auch auf die kommende Olympiade gerichtet. Das drückte sich in den geplanten Vorbereitungen der ausgewählten Aktiven durch die Kämpfe der Bundesliga, internationale Vereinsvergleiche, Länderkämpfe und Turnierbesuche aus. Die Ergebnisse gegen Frankreich (10:10), gegen Wales (18:4), gegen Dänemark (16:4) aber auch gegen Nigeria (14:0 ) zeigten eine gutes Vorbereitungsprogramm.

Um den Aktiven auch eine ausreichende Erholungszeit zu ermöglichen, beendete die Bundesliga vorzeitig vorzeitig ihre Kämpfe.

Im April veröffentlichte der Boxsport die Namen für das DABV-Aufgebot für die Europameisterschaft. Es wurden alle 12 Gewichtsklassen besetzt. Es sollten starten (ab Halbfliegengewicht): St. Gertel, Körper, Vlachos (wenn seine Einbürgerung bis zum Start erfolgt), Ott, Weller, Schäfer; (Ersatz:Michaja), Müller, Intlekofer (Ersatz: Rempuszewski), Jassmann (Ersatz: Dietz), Seiler (Ersatz: Peters), Hartmann und Hussing. Und diese lang und gut vorbereitete Staffel erkämpfte den 3. Platz in der Notionenwertung mit den Goldmedaillen von Müller und Hussing, der Silbernen von Weller und den Bronzemedaillen von Vlachos und Intlekofer.

Gleichzeitig nutzte der Verband auch die Möglichkeiten zur Erstellung einer Datenbank über die besten Boxer der Welt. Doch für die Spitzenkräfte des DABV gab es keine Ruhepause. Internationale Turniere, wie das Akropolisturnier (Gold für Hartmann, Silber durch Hermann und König, Bronze durch Schneid, Wittmann und Hugl) oder die Vergleiche in Caracas (3. Plätze von Metz, Grötz und Hartmann) förderten das erfolgreiche Boxen.

Hinzu kamen noch die internationalen Starts der Vereinsmannschaften (Moskau-Mühlheim (11:3), Leverkusen-Gorlaw -Rußland (7:9), Flensburg-Auswahl Finnland (12:4) u.a. mehr. Für Weller und Seiler gab es noch die Möglichkeit, in der Europastaffel am Weltcup in den USA teilzunehmen und den 3. Platz in ihrer Gewichtsklasse zu erreichen. Der Gedanke zu diesem Wettkampf entstand kurzfristig und fand nicht die Unterstützung vieler Länder.

Anders der mit Spannung erwartete Länderkampf gegen die USA (16:6 Niederlage). Ein Start der kurz vor der Meisterschaft erfolgte.

Anfang November begann die Deutsche Meisterschaft in München, sie galt als die Empfehlung für die kommenden Olympischen Spiele. Im Finale standen sich gegenüber: (Sieger zuerst genannt)

Halbfliegengew.	Saitz		Böll		K.o.1.Rd.
Fliegengew.	Gertl		Gessler		RSC 1. RD
Bantamgew.	Gier		Körper		4:1 PS
Federgew.	Ott		König		RSC 1. Rd.-Verletzung
Leichtgew.	Weller		Gut		5:0 PS
Halbweltergew.	Kopzog		Quaisser	5:0 PS
Weltergew.	Müller		Kerscher	5:0 PS
Halbmittelgew.	Sixt		Prox		RSC 2. Rd.
Mittelgew.	Thews		Schäffer	4:1 PS
Halbschwergew.	Seiler		Hugl		4:1 PS
Schwergew.	Hartmann	Pichmann	3:2 PS
Superschwergew.	Hussing		Dellas		RSC 3. RD

Es folgen zum Jahresende noch Vereinsvergleiche, diese spiegelten nicht die gewachsene Stärke des DABV wieder. So endete der Kampf Gera gegen Mühlheim 16:4 oder Bayern gegen Budapest 8:12.

Eine viel größere Aufmerksamkeit erhielten die Junioren. Bereits im Januar gab es einen Länderkampf gegen Franakreich (10:10). Es folgte das Juniorenturnier in Schwerin mit einer Goldmedaille für Kopzog und Silber für Marlony, oder die Wettkämpfe am Balaton (1. Platz H. Gertel, 3. Plätze für Hättig und Claudi). Vorgesehen waren die besten Kämpfer für die Juniorenweltmeisterschaft in Japan. Aber erst im August erhielt der DABV die Nachricht über den Stichtag und damit waren die geplanten Starter (St. Gertel und Kopzog zu alt und nur H.Gertel blieb als Starter übrig). Doch nachteilige Motivationen konnten, als Folge des Nichtantretens bei der Weltmeisterschaft, bei den Meisterschaften vom 9. und 10. November in Bochum nicht festgestellt werden. Herausragendes Merkmal dieser Kämpfe waren die Ergebnisse. Es gab nur 2 Punktsiege. Alle anderen Kämpfe endeten vorzeitig.

Den Meistertitel erkämpften sich: Lauenburger, Weinand, Sukrow, Hättig, Rosenmeier, H. Gertel, Huber, Simonowitz, Weinand, Baumann und Streichert. Aus diesem Kreis konnten nur Weinert und Simonowitz noch im kommenden Jahr in der gleichen Altersklasse starten. Wie stark die Junioren waren, zeigte sich beim nicht erwarteten Sieg (12:8) gegen England.

Auch die Kämpfe der Jugendmeisterschaften in Oldenburg hatten sich grundlegend verändert. Waren es vor einem Jahr nur zwei Kämpfe, die nicht über die Rinden gingen, so war es in diesem Jahr sieben. Doch das gesamte Niveau war gestiegen, was sich besonders in der veränderten Schlagführung zeigte. Auch die Beweglichkeit des Oberkörpers hatte sich bei vielen durchgesetzt. Es siegten: (von Papier A bis Schwergewicht): Sigg, Klibisch, Hupertz, Böckstiegel, Ackermann, G. Rocchigiani, Becking, Ruhland, Binner, R. Rocchigiani, Schmidt, Phillipp und Buddelmann. Das Boxen der Schüler war ein fester Bestandteil der Landesmeisterschaften. Gefördert wurde es durch Sommertrainingslager, Ferienkurse und auch über kostenlose Wettkampfbesuche.

Obwohl der Boxsport durch Leistungssteigerung international seine Stellung entscheidend verbessert hatte, spiegelte sich das nicht in der Presse und im Fernsehen wieder. Ja teilweise wurden besonders Anfang des Jahres wieder Angriffe gegen den Boxsport geführt. Mit dem Neubeginn des Boxens an den Hochschulen zeigte sich aber die große Anziehungskraft dieser Sportart, trotz der Verletzungsvorwürfe.

Die jährlich herausgegebene Rangliste der besten Boxer Europas führte Weller vor E. Müller und Hussing an. Sie waren es auch, die in den Ranglisten des DABV in ihren Gewichtsklassen führend waren.


gs/w/1979.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:21 (Externe Bearbeitung)

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