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gs:w:1978

1978 - Juniorenerfolge

Viele Probleme der vergangenen Jahre drängten sich immer wieder in den Vordergrund. Ein zentrales Thema blieb die Bundesliga. Sie war an regelmäßigen Veranstaltungen mit den besten Boxern interessiert. Doch diese waren bei nationalen und internationalen Veranstaltungen eingesetzt und somit teilweise überfordert. Doch die Bundesligavereine brauchen Spitzenkräfte, um Zuschauer für die Veranstaltungen zu gewinnen, denn ohne Zuschauer fehlen die finanziellen Mittel. Bisher hatten viele Vereine auch ausländische Boxer eingesetzt, die teilweise bereits Jahre in Deutschland lebten. Auch sie zu Fördern und in den Wettkampfbetrieb besser zu integrieren, gab es Ansätze. Um diesen Sportlern einen bessere Integration zu ermöglichen, wurde in einigen Ländern der „Internationale Deutsche Meister“ ausgeboxt. Dennoch fiel es den Leitungen schwer, leistungsstarke Kämpfer für internationale Vergleich aufzustellen, weil gute Boxer auch bei den Profis begehrt sind.

Wie ein roter Faden zieht sich immer die Diskussion um Boxen und Verletzungen durch die Jahre. Sie erhielt auch wieder Auftrieb durch die Behandlung des Leistungsboxers Krause, der die Unterstützung des Verbandes erhielt. Doch auch die ausländischen Untersuchungen belegen, dass andere Sportarten weit vor den Boxern die Verletzten-Statistik anführen 1). In der Wettkampfplanug hatte sich eine straffe Terminplanung und Meisterschaften für alle Altersstufen durchgesetzt. Die Schülermeisterschaften finden überall statt, aber nicht im nationalen Rahmen.

Auf die Höhepunkte im Boxjahr war die Sportplanung ausgerichtet. Die Bundesligasaison wurde im Frühjahr und im Herbst auf 3 Monate begrenzt, damit Zeit für internationale Verpflichtungen blieben. Trotz dieser Festlegungen gibt es Länderkämpfe bereits zum Jahresanfang gegen Frankreichs Junioren (Sieg mit 16:6) und gegen Schwedens Nationalstaffel (16:4 Sieg). Neu war beim Kampf gegen Schweden der Einsatz des Kopfschutzes und das Boxen mit 10 Unzen Handschuhen. Nach intensiven Lehrgängen und dem Länderkampf gegen Ungarn (Niederlage mit 6:14 )benannte der Verband König,W. Schäfer, Weller, Müller, Intlekofer und Hussing für den WM-Start. Zwei Medaillen gewannen bei dieser Weltmeisterschaft in Belgrad die Vertreter des DABV. E.Müller und R.Weller scheiterten im Halbfinale und gewannen so Bronze. Intlekofer hatte auch Medaillenchancen, aber eine Verletzung beendete seine bis dahin führende Position im Kampf.

Stefan Gertel Juniorenmeister und von 1980 bis 1983 Deutscher Meister im Bantam und 1985 und 1988 im Federgewicht

Der DABV sah in der Entwicklung seit 1975 einen positiven Trend, der sich bereits bei Turnieren und Länderkämpfen abgezeichnet hatte. Der Ländervergleich gegen England im September (Sieg mit 14:8) setzte den positiven Trend fort, der sich bei den Meisterschaften vom 22.-25. November in Schriesheim bestätigte. Den Titel sicherten sich (ab Halbfliegengewicht): St. Gertel (Worms), Körper (Pforzheim), Gier (Hamburg), Ott (Hannover), Weller (Leverkusen), W.Schäfer (Mülheim), Müller (Düren), Sixt (Leverkusen), Jassmann (Korbsach), Seiler (TG Worms) und Hussing (Mülheim).

Lehrgang mit (von links) Henatsch, Dagge, Puzicha, Hussing,Fiederer, Schubert, Hess, Schäfer und Bundestrainer Wemhöner

Bereits Anfang Oktober fanden in Oldenburg die Polizeimeisterschaften statt. Hier war nur ein Teil der Spitzenkräfte am Start. Der Titel wurde vom Leicht- bis Schwergewicht vergeben. Es siegten: König (Aufg. 2. Rd.), Sandach (Aufg. 1. Rd.), Koch (n. P. 5:0 ), Todtenhöfer (Abbr. 1. Rd.), Gottsmann (n. P.), Schrödel (Aufg, 3. Rd.) und Scholz (Abbr. 2. Rd.). Das zeigte den unterschiedlichen Leistungsstand bei diesem nationalen Turnier, bei dem die Leistungsstärksten noch nicht gefordert werden. Im November reisten neun Teilnehmer des DABV zu den Militärmeisterschaften nach Lagos. Sie erkämpften einmal Silber (Intlekofer) und Bronze durch Jurzyk und Skricek. Aber die Erfolge hätten besser sein können, denn einige der 2 : 3 Urteile waren recht umstritten.

In der Boxsportpresse spiegelten sich auch die Schüler-Meisterschaften breiter als in den vergangene Jahren wieder. Hamburg und Norddeutschland begannen im Frühjahr, Württemberg im Sommer und der Westdeutsche ABV erst gegen Jahresende. Damit bleibt die Förderung des Schülerboxens eine Element der lokalen Kräfte und war nicht in zentrale Planungen eingebunden.

Oberkochen war vom 16.-18. November der Austragungsort der Deutschen Jugendmeisterschaften. Entsprechend der vier Regionalgruppen starteten in jeder Gewichtsklasse vier Teilnehmer. Die Kämpfe endeten alle recht eindeutig mit dem Sieg des Meisters, bis auf das Halbmittel, wo es ein 3:2 Urteil gab. Nur zwei Kämpfe dieses Finales gingen nicht über die Runden. Es siegten (ab Papiergewicht A): F. Richter, R. Gies, G. Rocchigiani, H. Kliebisch, R. Dietzel, M. Hanizer, R. Marschall, D. Mattukat, P. Schneider, R. Mayer, J: Wenn, G. Söntgen und D. Winge. Eine andere Planung betraf das Juniorenboxen, denn vor der Europameisterschaft vom 9.-17. Juni in Dublin sollten die Besten bei Turnieren und Länderkämpfen geprüft und vorbereitet werden. Der Länderkampf gegen Frankreich (Sieg 16:6) war ein erster Schritt. Durch das folgende Junioren-Pokalturnier, wo Auswahlstaffeln der Regionen gegeneinander antraten, erfolgte die Vorbereitung auf den Länderkampf gegen die Schweiz (Sieg mit 20:4). Gut vorbereitet präsentierten sich die Junioren dann bei der EM und erreichten das bisher beste Ergebnis mit Silber für Kopzog und die 3. Plätze für Kerscher und Künstler. Der nächste Höhepunkt für die Junioren waren die Titelkämpfe vom 2.-5. November in Speyer. Hier zeigten sich sowohl kampfbereite, als auch technisch und taktisch gut vorbereitete Sportler. Die Ergebnisse (ab Halbfliegengew.): St. Gertel, Sukrow, Hättig, Arlt, Huber, Kopzog, Marlorny, Weinand, Claudi, Dörjes und Streicher. Aus diesem Kreis kamen dann auch die meisten Starter für den Länderkampf zum Jahresausklang gegen die starken Ungarn. Das Länderkampfergebnis lautete: 12:10 für den DABV. Es siegten: St.Gertel (Halbfliegengew.), H.Gertel (Leichtgew.), Kopzog (Halbweltergew.), Malorny (Weltergew.), Weinand (Halbmittelgew.) und Spürgin (Mittelgew.). Auch in Zweitstart gelang ein Sieg.

Da die Bundesligakämpfe über den Jahreswechsel hinausgingen, gibt es eine Abschlussbewertung erst im kommenden Jahr.

Auch viele internationale Kämpfe fanden auf Landes- und Vereinsebene statt. So startete eine Bayernauswahl gegen Ägypten und unterlag 6:14. Geresheim kämpfte gegen Belgrad 8:8 und die Stadtauswahl Prag unterlag Köln mit 8:14. Der einzige Vergleich von Staffeln des DABV und des DBV zwischen dem BSV Hannover und dem ASK Frankfurt endete 6:14.

In der Bewertung um den Besten Boxer des Jahres erhielten gleich zwei Kämpfer, E. Müller und R. Weller, 60 Punkte und teilten sich den 1. Platz.


1) Vgl.: Boxsport 1978, S.29
gs/w/1978.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:21 (Externe Bearbeitung)

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