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gs:w:1970

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gs:w:1970 [2010/11/16 18:25]
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 ===== 1970 – Ein halbes Jahrhundert DABV ===== ===== 1970 – Ein halbes Jahrhundert DABV =====
  
-Bereits zum Ende 1969 machte sich ein neuer Arbeitsstil in der Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben bemerkbar. Die Kontinuität der Arbeit ​ mit rechtzeitig vorliegenden Planungen war der eine Schritt, der andere eine  Verbesserung des Ausbildungsstandes durch  eine  neue Lehrgangplanung. Diese  erfasste in verschiedenen Stufen vom Schüler, über den Jugendlichen,​ die Nationalkader und auch deren Trainer. Da nicht alle Sportler und deren Trainer immer in einem Lehrgang zusammengefasst werden konnten, begann der Aufbau von Regionalzentren. Dort sollten die Kämpfer sich vor Länderkämpfen und Turnieren ​ frei vom Druck häuslicher Pflichten und beruflicher Anforderungen auf den Start vorbereiten. Und zum Jahresende erfolgte ein weiterer Schritt zur Förderung der Leistungsspitze,​ indem ein Ausschuss zur Förderung der Spitzenathleten gebildet wurde. Dem sind die besten Boxer unterstellt und der bestimmt den Einsatz. Damit waren die Vereine ​ und die Landesverbände nicht mehr die bestimmende Kraft. Es ermöglichte eine zentrale Planung zum Aufbau der Leistungen und auch zum Schutz der Kämpfer vor Überforderungen. Das nicht leichte Arbeiten im Verband störten Querelen, die  sogar den Verbandstrainer mit hineingezogen. Trotzdem aber konnte zum Jahresende dann eine erfolgreiche Bilanz des langfristigen Wirkens des Verbandes gezogen werden, belegt ​ in der Festschrift:​ „50 Jahre DABV“. Eine intensivere Beschäftigung mit den Junioren setzte ein. Nicht nur die Kämpfe zu den Meisterschaften wurden aktuell ausgewertet,​ sondern auch Fragen nach der Haltung der Aktiven gestellt. ​  Die Meister der Junioren (Kintzing, H.Schäfer, Dryer, Rumpf, Mattukat, Kurzendorfer,​ Böddeker, Tröster, Wulf, Schütze und August ) stammen aus den unterschiedlichsten Vereinen. Eindeutig waren die Kampfentscheidungen,​ die sie zu diesen Meistertitel geführt hatten: Sechsmal vorzeitig, viermal ein Punkterfolg und  einmal eine Disqualifikation. Oder wenn man es anders ausdrückt, der Leistungsunterschied war sehr groß. In der Konzeption für die Förderung waren auch Erziehungsziele enthalten. Deshalb war die Befragung der Finalisten nach ihren Idolen wertvoll. Hier zeigte sich, dass bis auf Clay und Popentschenko im Umfeld lebende Personen gewählt wurden. Die Besten hielten auch im Wettkampf ​ mit der europäischen Spitze mit. So erkämpften von den sieben Startern bei der ersten Junioren Europameisterschaft zwei eine Bronzemedaille (Marquardt, Tröster). Auch sie spielten in den Planungen für die Olympiade in der Talenteförderung des Boxverbandes eine Rolle. Die theoretischen Vorarbeiten dazu leistete ​ die vom DSB, unter der Leitung von Th. Lempert 1969 herausgegebene Schrift: “Probleme des Hochleistungssports„ unter dem Aspekt München 1972. Im Länderkampf gegen Italien (20:2) bestätigte sich diese gute Vorbereitung und Ausbildung.+Bereits zum Ende 1969 machte sich ein neuer Arbeitsstil in der Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben bemerkbar. Die Kontinuität der Arbeit ​ mit rechtzeitig vorliegenden Planungen war der eine Schritt, der andere eine  Verbesserung des Ausbildungsstandes durch  eine  neue Lehrgangplanung. Diese  erfasste in verschiedenen Stufen vom Schüler, über den Jugendlichen,​ die Nationalkader und auch deren Trainer. 
 +Da nicht alle Sportler und deren Trainer immer in einem Lehrgang zusammengefasst werden konnten, begann der Aufbau von Regionalzentren. Dort sollten die Kämpfer sich vor Länderkämpfen und Turnieren ​ frei vom Druck häuslicher Pflichten und beruflicher Anforderungen auf den Start vorbereiten. 
 +Und zum Jahresende erfolgte ein weiterer Schritt zur Förderung der Leistungsspitze,​ indem ein Ausschuss zur Förderung der Spitzenathleten gebildet wurde. Dem sind die besten Boxer unterstellt und der bestimmt den Einsatz. Damit waren die Vereine ​ und die Landesverbände nicht mehr die bestimmende Kraft. Es ermöglichte eine zentrale Planung zum Aufbau der Leistungen und auch zum Schutz der Kämpfer vor Überforderungen. 
 +Das nicht leichte Arbeiten im Verband störten Querelen, die  sogar den Verbandstrainer mit hineingezogen. Trotzdem aber konnte zum Jahresende dann eine erfolgreiche Bilanz des langfristigen Wirkens des Verbandes gezogen werden, belegt ​ in der Festschrift:​ „50 Jahre DABV“. Eine intensivere Beschäftigung mit den Junioren setzte ein. Nicht nur die Kämpfe zu den Meisterschaften wurden aktuell ausgewertet,​ sondern auch Fragen nach der Haltung der Aktiven gestellt. ​  Die** Meister der Junioren** ((Kintzing, H.Schäfer, Dryer, Rumpf, Mattukat, Kurzendorfer,​ Böddeker, Tröster, Wulf, Schütze und August)) stammen aus den unterschiedlichsten Vereinen. Eindeutig waren die Kampfentscheidungen,​ die sie zu diesen Meistertitel geführt hatten: Sechsmal vorzeitig, viermal ein Punkterfolg und  einmal eine Disqualifikation. Oder wenn man es anders ausdrückt, der Leistungsunterschied war sehr groß. In der Konzeption für die Förderung waren auch Erziehungsziele enthalten. Deshalb war die Befragung der Finalisten nach ihren Idolen wertvoll. Hier zeigte sich, dass bis auf Clay und Popentschenko im Umfeld lebende Personen gewählt wurden. 
 +Die Besten hielten auch im Wettkampf ​ mit der europäischen Spitze mit. So erkämpften von den sieben Startern bei der ersten ​**Junioren Europameisterschaft** zwei eine **Bronzemedaille (Marquardt, Tröster**). Auch sie spielten in den Planungen für die Olympiade in der Talenteförderung des Boxverbandes eine Rolle. Die theoretischen Vorarbeiten dazu leistete ​ die vom DSB, unter der Leitung von Th. Lempert 1969 herausgegebene Schrift: “Probleme des Hochleistungssports„ unter dem Aspekt München 1972. Im Länderkampf gegen Italien (20:2) bestätigte sich diese gute Vorbereitung und Ausbildung.
  
-Viel größere Aufmerksamkeit erhielten die Kämpfe der Senioren in den Landesverbänden. ​ Dennoch waren die Vorrunden zur Deutschen Meisterschaft ​ dagegen nicht so gut besucht, obwohl hervorragender Sport geboten werden konnte. Das Niveau in den einzelnen Ländern war unterschiedlich. Ins Auge fiel, dass zehn Berliner Boxer die  Vorschlussrunde erreichten. Die Ursachen dafür könnten in der Enge des Raumes liegen und in der Möglichkeit,​ dass  Berlin zwei  Landestrainer hatte, die sich intensiv um die Boxer bemühten. Den Titel bei den Meisterschaftskämpfen ​ sicherten sich bei den Kämpfen ​ vom 22.-25. April in Wiesbaden (ab Halbfliegengewicht):​ Pichl, Freistadt, Steger, Ruzicka, Heß, Puzicha, Meier, Spitzenberg,​ Jarmer, Laroche und Hussing.+Viel größere Aufmerksamkeit erhielten die Kämpfe der Senioren in den Landesverbänden. ​ Dennoch waren die Vorrunden zur Deutschen Meisterschaft ​ dagegen nicht so gut besucht, obwohl hervorragender Sport geboten werden konnte. Das Niveau in den einzelnen Ländern war unterschiedlich. Ins Auge fiel, dass zehn Berliner Boxer die  Vorschlussrunde erreichten. Die Ursachen dafür könnten in der Enge des Raumes liegen und in der Möglichkeit,​ dass  Berlin zwei  Landestrainer hatte, die sich intensiv um die Boxer bemühten. ​**Den Titel** bei den Meisterschaftskämpfen ​ sicherten sich bei den Kämpfen ​ vom 22.-25. April in Wiesbaden (ab Halbfliegengewicht): ​**Pichl, Freistadt, Steger, Ruzicka, Heß, Puzicha, Meier, Spitzenberg,​ Jarmer, Laroche und Hussing.**
  
 [{{ gs:​w:​gs_w1970-1.png?​600 |Die Sieger beim Meisterschaftsturnier}}] [{{ gs:​w:​gs_w1970-1.png?​600 |Die Sieger beim Meisterschaftsturnier}}]
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 Diese Wettkämpfe ​ waren zum Teil auch im Fernsehen zu verfolgen und boten somit eine gute Grundlage als Werbung für den Boxsport. Nach den Wettkämpfen erfolgte die Zusammenstellung ​ für die Kernmannschaft. Diese war nach Alter in drei Gruppen eingeteilt, wobei eine Einteilung Boxer bis 20 Jahre, die andere bis 25 Jahre und die  weitere über 25 Jahre erfasste. Genau wurden die Leistungen der Sportler durch die Sporthilfe beobachtet, die noch 60 Boxer unterstützt. Es gab Leistungsnormen,​ die den Kreis der geförderten Sportler für das kommende Jahr auf 44 einengten. Getestet und bewertet sind die Kämpfer immer nach den internationalen Vergleichen. Von den fünf Vergleichen konnten Siege gegen die CSSR(12:8) und gegen Schottland (16:4) erkämpft werden. Unentschieden lautete das Ergebnis gegen Frankreich (10:10). Niederlagen waren gegen Spanien (10:12) und gegen Polen (8:12) zu verzeichnen. ​ Diese Wettkämpfe ​ waren zum Teil auch im Fernsehen zu verfolgen und boten somit eine gute Grundlage als Werbung für den Boxsport. Nach den Wettkämpfen erfolgte die Zusammenstellung ​ für die Kernmannschaft. Diese war nach Alter in drei Gruppen eingeteilt, wobei eine Einteilung Boxer bis 20 Jahre, die andere bis 25 Jahre und die  weitere über 25 Jahre erfasste. Genau wurden die Leistungen der Sportler durch die Sporthilfe beobachtet, die noch 60 Boxer unterstützt. Es gab Leistungsnormen,​ die den Kreis der geförderten Sportler für das kommende Jahr auf 44 einengten. Getestet und bewertet sind die Kämpfer immer nach den internationalen Vergleichen. Von den fünf Vergleichen konnten Siege gegen die CSSR(12:8) und gegen Schottland (16:4) erkämpft werden. Unentschieden lautete das Ergebnis gegen Frankreich (10:10). Niederlagen waren gegen Spanien (10:12) und gegen Polen (8:12) zu verzeichnen. ​
  
-Von den Meisterschaften wären noch die des Militärs in der Elfenbeinküste zu nennen, bei der Skrizek Gold, Ruzicka Silber und Müller und Thierbach den 3. Platz erreichten. Auch Gold  und den Titel als Englische Polizeimeister erkämpften ​ in London Fiedler und Schmidt. Von den 41 Bewerbern ​ um den Titel einen Hochschulmeisters bei den Wettkämpfen in Darmstadt konnte noch nicht diese Leistungsfähigkeit erwartet werden... +Von den **Meisterschaften** wären noch die **des Militärs** in der Elfenbeinküste zu nennen, bei der **Skrizek Gold, Ruzicka Silber und Müller und Thierbach den 3. Platz** erreichten. 
-Hier siegten ab Leichtgewicht:​ Wals, Großhans, Noeske, ​ Jantzen, Nordhauss, Bachmann und Wurzbacher. +Auch Gold  und **den Titel als Englische Polizeimeister erkämpften**  in London ​**Fiedler und Schmidt** 
 +Von den 41 Bewerbern ​ um den Titel einen **Hochschulmeisters** bei den Wettkämpfen in Darmstadt konnte noch nicht diese Leistungsfähigkeit erwartet werden... 
 +Hier siegten ab Leichtgewicht: ​**Wals, Großhans, Noeske, ​ Jantzen, Nordhauss, Bachmann und Wurzbacher. 
 +**
 Zu Ehren des 50 . Geburtstages des DABV  gab es eine Festveranstaltung in Berlin. In diesem Rahmen starteten ​ ausgewählte Wettkämpfer. ​ In der herausgegebenen Festschrift wurde  auf die Gründerzeit ​ eingegangen,​ aber die weiteren Förderer und Konkurrenten des Boxsports, außer dem DASV, keine Beachtung geschenkt, obwohl auch sie wesentlich das Boxbild in den Anfangsjahren mit bestimmten. Zu Ehren des 50 . Geburtstages des DABV  gab es eine Festveranstaltung in Berlin. In diesem Rahmen starteten ​ ausgewählte Wettkämpfer. ​ In der herausgegebenen Festschrift wurde  auf die Gründerzeit ​ eingegangen,​ aber die weiteren Förderer und Konkurrenten des Boxsports, außer dem DASV, keine Beachtung geschenkt, obwohl auch sie wesentlich das Boxbild in den Anfangsjahren mit bestimmten.
 In den Vergleichskämpfen der Vereine fiel auf, dass sie sich zum Teil Gegner suchten, die in der Kampfkraft weit über den Möglichkeiten der eigenen Wettkämpfer standen. Zum Beispiel startete der ASV Dachau gegen Spartak Moskau (0:16) oder PSV Berlin gegen Hockenheim (20 :0). In den Vergleichskämpfen der Vereine fiel auf, dass sie sich zum Teil Gegner suchten, die in der Kampfkraft weit über den Möglichkeiten der eigenen Wettkämpfer standen. Zum Beispiel startete der ASV Dachau gegen Spartak Moskau (0:16) oder PSV Berlin gegen Hockenheim (20 :0).
gs/w/1970.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:21 (Externe Bearbeitung)

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