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gs:w:1964

1964 - Neue Trainingsmethoden

Der Boxsport stand auch im Blickpunkt der Politik. Damit verbesserten sich die Möglichkeiten in den Fragen der Absicherung bei Verletzungen. Darüber hinaus verbesserten sich auch die materiellen Bedingungen.

Große Anstrengungen unternahm der DABV unter der Leitung von Cheftrainer Sänger für die Vorbereitungen der Olympiade und der sechs Monate später folgenden Europameisterschaft. Es folgten intensive Schulungen von Kleingruppen der Boxsportler in den Trainingszentren. Diese Lehrgänge fanden an den Wochenenden statt. So erhoffte sich der Trainerstab eine schnelle Beseitigung der Fehler und eine individuelle Leistungsförderung. Für das Training im Heimatverein wurden „Hausaufgaben“ mitgegeben. Das ist eine umfangreiche Aufgabe, denn es waren 179 Boxsportler, eingeteilt in A- und B -Gruppen, erfasst, die für die Kernmannschaft zum Einsatz kommen könnten. Das waren in der Regel die Finalisten der Meisterschaft des vergangenen Jahres. Dazu erfolgte auch ein Appell an die einzelnen Vereine, ihre Spitzenboxer für höhere Aufgaben freizugeben und sie nicht für kleinere Einsätze zu sperren. Besonders intensive Schulungen erfolgten vor den Ost-West -Ausscheidungskämpfen für Olympia. Für die Athleten gab es Verpflichtungen, die das tägliche Training, das Führen eines Trainingsbuches, den Besuch aller Wochenendschulungen beinhaltete. Abgerundet wurde das durch eine allgemeine Formulierung, welche die Kämpfer verpflichtete, alles die Form beeinträchtigende zu vermeiden. Das sollte sich bei den Deutschen Meisterschaften, das Finale fand am 18.April in München statt, auszahlen. Denn die Sieger (vom Fliegengewicht aufwärts): Hans Freistadt aus Ludwigshafen, Horst Rascher aus Ulm, Manfred Maehs aus Berlin, Wolfgang Schmidt aus Mainz, Gerhard Dieter II aus Berlin, Dieter Kottysch aus Hamburg, Paul Hogh aus Stuttgartt, Emil Schulz aus Kaiserslautern, Peter Gerber aus Bremen und Jürgen Blin aus Hamburg, erhielten den Olympiapass. Auch der Finalpartner war in die weitere Förderung einbezogen. Hinzu kamen noch Budde, Puzicka, H.-H. Dieter, Krenz und Huber.

In den Ausscheidungskämpfen zwischen dem DABV und dem DBV standen sich die beiden Auswahlstaffeln gegenüber. Die Ergebnisse sahen wie folgt aus: (Sieger zuerst genannt- Kämpfer des DABV unterstrichen)

Freistadt	-	John			Babiasch	-	Rehberger
Purwin	-	Rascher			Poser		-	Geisler
Maehs		-	Dragalla		Schulz		-	Labinschus
Schmitt	-	Behrendt		Kirsch		-	Zettier	
Busse		-	Puzicha			Winter		-	Dieter. G.
Lehmann	-	Dieter III		Guse		-	Kottysch
Hogh		-	Bieber			Reimers		- 	Neidel
Schulz	-	Wensierski		Arnecke		-	Graf
Gerber	-	Anders			Schlegel	-	Krenz
Huber		-	Jüttner			Blin		-	Degenhardt

Als besonders stark schätzten die Trainer die Aktiven Poser, Schulz, Guse, Hogh und E. Schulz ein. Bei der Olympiade in Tokio war der Name Schulz zweimal unter den Medaillenträgern. Schulz, E. aus Kaiserslautern gewann ebenso wie Huber die Silbermedaille. Bronze ging an den DBV Boxer Schulz. In den drei offiziellen Länderkämpfen gegen Polen und Rumänien reichte es nicht zum Sieg. Dafür aber konnte der Länderkampf gegen England in Hannover mit 14:6 siegreich gestaltet werden. Trotz dieser Erfolge gab es durch den Übertritt von 30 Amateuren ins Profilager einen empfindlichen Verlust, obwohl es nicht unbedingt Spitzenkräfte waren.

Als Anfang Mai die Juniorenmeisterschaften begannen, bedeutete das für die Teilnehmer, drei Kämpfe in vier Tagen durchzustehen. Bedingt durch die Vorbereitungen der Senioren waren keine Vertreter des Lehrkörpers des Boxverbandes zur Sichtung des Nachwuchses anwesend. Es gewannen den Titel (ab Fliegengewicht): Steger, Meindl,Gutt, Harner, Leuschner, Skricek, Graf, Prick, Mülter, Konietzki.

Zur Förderung der Landesmeister gab es Vergleichskämpfe z. B. zwischen Hessen und Württemberg ( 5:15). Doch auch die Meister konnten in der Auswahl gegen Polen mit dem 12:10 Sieg das gewachsene Leistungsvermögen nachweisen. Das war bemerkenswert. Vergleichen wir beispielsweise die Meisterschaft in Bremen. Für die Seniorenklasse gab es 44 Meldungen, dazu noch 13 in der Nachwuchsveranstaltung. In der Juniorenklasse erfolgten 17, in der Jugend 13 und bei den Schülern nur acht Meldungen. Damit war ein breiter Leistungsaufbau, eine Pyramide mit vielen Kindern und Jugendlichen, weniger Junioren und der dann folgenden Spitze bei den Männern, nicht gegeben. Es waren jedoch immer die richtigen beim Boxsport geblieben, sonst hätten sich die Erfolge nicht eingestellt. So konnten bei den CISM Meisterschaften in Tunis, vom 21.04.-02.05., acht Medaillen gewonnen werden. Den 1. Platz erkämpften Meyer, Schneider und Ruzika. Platz 2 ging an Purner. Bronze gewannen Kannewurf, Brinkmeyer, Müller und Willems. Erfolgreich schnitten auch die drei Teilnehmer an der Britischen Polzeimeisterschaft ab. Alle errangen Medaillen. Davon ging der 1. Platz an Ditze.

Diese Spitzenposition galt es bei der Polizeimeisterschaft in Wuppertal zu verteidigen. Die Studenten testeten ihr Kraft bei den Vergleich der Unimannschaften von Hamburg und Münster (10:6) und der später folgenden Meisterschaft. In diesem Wettkampf gab es für Krückemeyer keinen ebenbürtigen Gegner, obwohl sonst die Kämpfe ausgeglichen verliefen.

Viele ältere Boxsportler blieben dem Boxsport erhalten. Sie erhielten sich die Kampfkraft indem sie sich den „neuen“ Methoden vom umfangreichen Läufen und dem Intervalltraining zu wandten. Dazu zählte Fleuth mit seinen 450 Kämpfen aus der Dülkener Staffel ebenso wie May mit 380 Kämpfen mit vielen Jahren in Spitzenpositionen. Das Boxen und die Kritik lebten immer von unterschiedlichen Leistungen. So ging im Kampf Peine gegen Rinteln (17:5) nur einer von elf Kämpfen über die Runden.


gs/w/1964.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:21 (Externe Bearbeitung)

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