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gs:w:1963

1963 Europameisterschaften in Moskau

Das Jahr hatte kaum begonnen, da startete bereits am 22.01. die Vorrunde zur Studentenmeisterschaft in Heidelbberg, gefolgt von den Zwischenrunden in Clausthal und Darmstadt und den Endkämpfen vom 16/17. Februar in Karlsruhe. Die Endkampfpaarungen vom Bantam- bis Schwergewicht waren:

Zimmermann -Karlsruhe 		- 	von Veh - Freiburg
Njondi -Frankfurt 		-	Schneidewind - Marburg	
Malek-Afsali -Karlsruhe		- 	Düring - Freiburg	
Buxbaum -Darmstadt  		- 	Reith - Göttingen
Treumann -Frankfurt 		-	Rose - Hamburg
Krückemeyer -Köln 		- 	Seiler - Saarbrücken
Schumer -Marburg 		-	Kelp - Darmstadt

Dieser kleinen Meisterschaft galt doch ein recht großes Interesse, denn unterschiedlich in den Landesverbänden sind 14 – 26 Prozent der Nachwuchsboxer Schüler der Real- und Oberschulen. Deshalb fand die Werbung durch das Studentenboxen mit den veränderten Regeln für das Schülerboxen in vielen Vereinen großen Anklang 1).

Die Ende Mai stattfindenden Juniorenmeisterschaften in Berlin (26.05.-05.06.63) sahen neben den Siegern (Fliegen bis Schwergew.) Freistadt, Berlin, Fasing, Spitzenberg, Beier, Graf, Cibulski, Prick, Metzeit und Konietzki weitere Talente, die durch Heim- und Nachwuchstrainer gemeinsam geschult werden. Gleichzeitig waren die Nachwuchstrainer als Beobachter bei internationalen Wettkämpfen eingesetzt.

Der Kongress des DABV war im Box-Sport überschrieben: „Es bleibt alles beim alten“. Jedoch gab es viele Veränderungen in nationalen und internationalen Bereich, die sich noch nicht in den Dokumenten widerspiegelten.

Bei der nationalen Meisterschaft der Senioren setzten sich durch: (Fliegen- bis Schwergewicht) Kruczik, Rascher, Budde, Schmitt, Dieter I, Dieter II,; Koch, Schulz, Schippers und Huber. Aus dem Kreis der Endkampfteilnehmer bereiteten sich für die Europameisterschaften Anfang Juni in Moskau 20 Athleten unter der Leitung von Hess und Feldhus in Lehrgängen auf diese Wettkämpfe vor. Für die einzelnen Athleten entstanden individuell zugeschnittene Trainingspläne 2). In Länderkämpfen gegen Tunesien und Holland wurden sie einem Test unterzogen, der zeigte, dass es eine breite Spitze gibt. In der Einschätzung der Ausbildung waren Rückstände gegenüber anderen Spitzenboxern in der Kraft und der Ausdauer zu verzeichnen 3).

Das zeigte sich bei den Europameisterschaften in Moskau. Zwei 3. Plätze durch G. Dieter und Schulze waren das Ergebnis. Deshalb verstärkte sich der Druck auf die Führungsspitze, da die DDR eine bessere Wertung erkämpfte. Gleichzeitig werden 49 Boxer als Olympiakader berufen und eine Kernmannschaft aufgestellt.

In Verbindung mit den Europameisterschaften in Moskau wurde Prof. Grebe beauftragt, Vorschläge zu erarbeiten, die den Boxsport in der gesundheitlichen Betrachtung weiter „entschärfen“ sollte. Vorschläge der sowjetischen Föderation lagen vor, die auf eine Verbesserung der ärztlichen Betreuung zielten, eine Fachausbildung der Trainer verlangte, Gewicht machen untersagte und eine Pausenverlängerung auf zwei Minuten forderte. Doch auch Vorschläge für die Veränderung der Rundenzeiten, größere Handschuhe und das Tragen eines Kopfschutzes waren Untersuchungsgegenstand. Leider waren sich die Präsidiumsmitglieder noch nicht einig über die wissenschaftliche Begleitung des Boxsports und die daraus sich ableitenden Funktionen des Trainers 4).

Die Zeitung Box-Sport konnte auch kleine Unterhaltungsepisoden einflechten. So trainierte die Bundeswehr mit Bleiwesten 5), ein Kampfrichter schlief beim Punkten, eine Gedicht über den „Meister“ und die Sperre des Zonenmeisters Janko Braun (Johann Braun-2.Pl. DDR-Meisterschaften 1959 und 3. Pl. 1960) lockerten den „Fachtext“ auf.


1) Box-Sport/6/1963, S. 16
2) Box-Sport 11/1963, S. 11
3) Boxsport 20/1963, S. 15
4) 24/1963 des Box-Sport, S. 13
5) Boxsport7/1963, S. 10
gs/w/1963.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:21 (Externe Bearbeitung)

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