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gs:w:1957

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gs:w:1957 [2010/11/16 22:00]
je
gs:w:1957 [2012/09/24 13:21] (aktuell)
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 Wie ernst der DABV die Vorbereitungen auf die Europameisterschaften betrieb, zeigte der weitere Verlauf des Boxjahres, denn in die Vorbereitungsprogramme waren mehr als 40 Kämpfer einbezogen (( Boxsport, 14/57, S. 10 )). Ohne den Stress von Qualifikationen ​ in Landesmeisterschaften und Vergleichen auf Länderebene konnte eine zielstrebige Vorbereitung umgesetzt werden. Gleichzeitig fanden die noch nicht zur  Spitze im Boxsport gehörenden Sportler Möglichkeiten,​ sich in Wettkämpfen der Länder und Clubmannschaften zu erproben (Südauswahl gegen Polen – 9 : 11 ; Halle – Allgäu- Auswahl, Berlin (Ost)- MABV Auswahl). Wie ernst der DABV die Vorbereitungen auf die Europameisterschaften betrieb, zeigte der weitere Verlauf des Boxjahres, denn in die Vorbereitungsprogramme waren mehr als 40 Kämpfer einbezogen (( Boxsport, 14/57, S. 10 )). Ohne den Stress von Qualifikationen ​ in Landesmeisterschaften und Vergleichen auf Länderebene konnte eine zielstrebige Vorbereitung umgesetzt werden. Gleichzeitig fanden die noch nicht zur  Spitze im Boxsport gehörenden Sportler Möglichkeiten,​ sich in Wettkämpfen der Länder und Clubmannschaften zu erproben (Südauswahl gegen Polen – 9 : 11 ; Halle – Allgäu- Auswahl, Berlin (Ost)- MABV Auswahl).
  
-Im Düsseldorfer Eisstadion fanden am Ostersamstag die 20 Vorkämpfe für die Auswahl der Starter für die Europameisterschaften statt. Hier zeigte ​ sich eine junge Garde, bereit, die Alten abzulösen. Doch  im Finale, einen Tag später, waren die bewährten Kämpfer immer noch besser als die nachdrängenden Jungen. So siegten Homberg, Goschka, Mehling, Herper, Rogosch, Graus, Kienast, Schönberg, Krenz und Walloschek. Obwohl die Leistungen nicht hervorragend ​ und vor allem die Konditionsmängel nicht zu übersehen waren, stand eine Spitzenmannschaft für die Europameisterschaft bereit. Die Erwartungen an die Leistungen ​ der Boxer des DABV waren hoch. Sie bestätigten sich im Verlauf des Boxturniers der Prager Europameisterschaft,​ denn im Finale des Fliegengewichts schlug ​ Manfred Homberg den Olympiazweiten Dobrescu (Rumänien). ​+Im Düsseldorfer Eisstadion fanden am Ostersamstag die 20 Vorkämpfe für die Auswahl der Starter für die Europameisterschaften statt. Hier zeigte ​ sich eine junge Garde, bereit, die Alten abzulösen. Doch  im Finale, einen Tag später, waren die bewährten Kämpfer immer noch besser als die nachdrängenden Jungen. So siegten Homberg, Goschka, Mehling, Herper, Rogosch, Graus, Kienast, Schönberg, Krenz und Walloschek. Obwohl die Leistungen nicht hervorragend ​ und vor allem die Konditionsmängel nicht zu übersehen waren, stand eine Spitzenmannschaft für die Europameisterschaft bereit. Die Erwartungen an die Leistungen ​ der Boxer des DABV waren hoch. Sie bestätigten sich im Verlauf des Boxturniers der Prager ​**Europameisterschaft****Fetter Text**, denn im Finale des Fliegengewichts schlug  ​**Manfred Homberg** den Olympiazweiten Dobrescu (Rumänien). ​
 [{{ gs:​w:​gs_w1957-1.png?​300|51 kg - Freistadt mit seinem ​ Freudensprung ​ nach seinem Sieg im Finale}}] [{{ gs:​w:​gs_w1957-1.png?​300|51 kg - Freistadt mit seinem ​ Freudensprung ​ nach seinem Sieg im Finale}}]
  
  
-Im Weltergewicht konnte der Osterreicher Potesil den DABV Kämpfer Manfred Gaus nichts entgegensetzen und der russische Kampfrichter brach den Kampf in der 3. Runde ab. Sie erkämpften zwei Europameister und 3. Plätze durch Goschka, Herper und Schönberg. Damit erreichen die Boxer des DABV das beste Ergebnis bei internationalen Turnieren nach dem Krieg. Eine Diskussion brach in Fachkreisen nach diesem Turnier aus. Die Kampfrichter waren nicht immer souverän den sportlichen Leistungen gefolgt. Sie seien „ Unfähige, Nichtsportler“ (( Boxsport 24/57; S.13)). Dann sollte lieber ein Ringrichter allein die Entscheidungen für den Wettkampf tragen ((ebenda)).+Im Weltergewicht konnte der Osterreicher Potesil den DABV Kämpfer ​**Manfred Gaus****Fetter Text** ​nichts entgegensetzen und der russische Kampfrichter brach den Kampf in der 3. Runde ab. Sie erkämpften zwei Europameister und 3. Plätze durch Goschka, Herper und Schönberg. Damit erreichen die Boxer des DABV das beste Ergebnis bei internationalen Turnieren nach dem Krieg. 
 +Eine Diskussion brach in Fachkreisen nach diesem Turnier aus. Die Kampfrichter waren nicht immer souverän den sportlichen Leistungen gefolgt. Sie seien „ Unfähige, Nichtsportler“ (( Boxsport 24/57; S.13)). Dann sollte lieber ein Ringrichter allein die Entscheidungen für den Wettkampf tragen ((ebenda)).
  
-Der Erfolg ist auch auf eine breite Nachwuchsarbeit zurückzuführen. Der Test für die Leistungsschau des Nachwuchses bildete immer die Juniorenmeisterschaften. Vom 06.-09.Juni trafen die in Gruppenausscheidungen siegreichen Junioren im Bremerhaven aufeinander. Bis auf Berlin ( sieben Starter ) traten alle anderen ​ acht Gruppen in allen Gewichtsklassen an. Deutsche Juniorenmeister ​ 1957 wurden: +Der Erfolg ist auch auf eine breite Nachwuchsarbeit zurückzuführen. Der Test für die Leistungsschau des Nachwuchses bildete immer die Juniorenmeisterschaften. Vom 06.-09.Juni trafen die in Gruppenausscheidungen siegreichen Junioren im Bremerhaven aufeinander. Bis auf Berlin (sieben Starter) traten alle anderen ​ acht Gruppen in allen Gewichtsklassen an. Deutsche Juniorenmeister ​ 1957 wurden: 
-Karb, Krammer III, Plaisand, Rüscher, Mairich, Auerbach, Schamong, Andresen, Dorloff und Polenz (Fliegen- bis Schwergewicht). Nicht die Leistungen der Junioren standen bei diesen Wettkämpfen in der Diskussion, sondern die Leistungen der Kampfrichter. Sie gipfelten in der Frage: Wer darf eigentlich bei Meisterschaften leiten? ​ Die einsetzende Härte hätte durch Kampfrichterarbeit unterbunden werden können.+  Karb, Krammer III, Plaisand, Rüscher, Mairich, Auerbach, Schamong, Andresen, Dorloff und Polenz (Fliegen- bis Schwergewicht). Nicht die Leistungen der Junioren standen bei diesen Wettkämpfen in der Diskussion, sondern die Leistungen der Kampfrichter. Sie gipfelten in der Frage: Wer darf eigentlich bei Meisterschaften leiten? ​ Die einsetzende Härte hätte durch Kampfrichterarbeit unterbunden werden können.
  
 Nach den Wettkämpfen der Junioren begannen die Ausscheidungskämpfe der Senioren um die Landesmeisterschaften. Nach den Wettkämpfen der Junioren begannen die Ausscheidungskämpfe der Senioren um die Landesmeisterschaften.
  
-In Berlin waren die Meisterschaftskämpfe bereits im Juni. Aber es fehlte die große Klasse. ​ Als Sieger verließen den Ring: Kießling Fliegengew.,​ Heidorn, Richter, Seidel, Dieter III, Studemund, Teuscher, Hoth und Walloschek. Über 5000 Zuschauer verfolgten im Berliner Sportpalast die harten Kämpfe, die technisch nicht an das Niveau der Vorjahre heran reichten. ​+In** Berlin** waren die Meisterschaftskämpfe bereits im Juni. Aber es fehlte die große Klasse. ​ Als Sieger verließen den Ring: Kießling Fliegengew.,​ Heidorn, Richter, Seidel, Dieter III, Studemund, Teuscher, Hoth und Walloschek. Über 5000 Zuschauer verfolgten im Berliner Sportpalast die harten Kämpfe, die technisch nicht an das Niveau der Vorjahre heran reichten. ​
  
-Auch Bayerns ​neue Meister, Zettner, Seißler, Kramer, Wilkat, Biberger, S. Dietl, E. Dietl, Sladeczek, Herdegen und Witterstein bekamen in der Gesamtwertung nicht die Lobhymnen vergangener Jahre. ​+Auch **Bayern**s ​neue Meister, Zettner, Seißler, Kramer, Wilkat, Biberger, S. Dietl, E. Dietl, Sladeczek, Herdegen und Witterstein bekamen in der Gesamtwertung nicht die Lobhymnen vergangener Jahre. ​
 Wenn in Schleswig-Holstein der 33-jährige Fischer den Titel im Halbschwergewicht errang, zeigte sich die fehlende jüngere Konkurrenz und eine Wachablösung konnte sich nur in einem Teil der Gewichtsklassen vollziehen. So siegte Kohlscheen über den erfahrenen Plechinger, und auch Paysan und Lutzke konnten sich der Jugend nicht erwehren. Den Meistertitel errangen: ​ Friedrichs, Meier III, Johannsen, Hetzer, Enke, Kohlscheen, Ziegler, Boldt, Fischer und Drummer. Wenn in Schleswig-Holstein der 33-jährige Fischer den Titel im Halbschwergewicht errang, zeigte sich die fehlende jüngere Konkurrenz und eine Wachablösung konnte sich nur in einem Teil der Gewichtsklassen vollziehen. So siegte Kohlscheen über den erfahrenen Plechinger, und auch Paysan und Lutzke konnten sich der Jugend nicht erwehren. Den Meistertitel errangen: ​ Friedrichs, Meier III, Johannsen, Hetzer, Enke, Kohlscheen, Ziegler, Boldt, Fischer und Drummer.
  
- In Westfalen trugen die Gebrüder Johannpeter die Meisterschaften und beteiligte die übrigen Bewerber. Vier aus der Boxerfamilie beteiligten sich an den Titelkämpfen und alle  vier wurden Westfalenmeister (vom Halbwelter- bis Mittelgewicht ​ ). Hinzu kamen noch : Kruczik, Tänzler, Titz, Korinth, Rittmeyer und Tammen. ​+ ​In ​**Westfalen** trugen die Gebrüder Johannpeter die Meisterschaften und beteiligte die übrigen Bewerber. Vier aus der Boxerfamilie beteiligten sich an den Titelkämpfen und alle  vier wurden Westfalenmeister (vom Halbwelter- bis Mittelgewicht ​ ). Hinzu kamen noch : Kruczik, Tänzler, Titz, Korinth, Rittmeyer und Tammen. ​
  
 Als von 14. – 19. Oktober 1957 in der Kieler Ostseehalle sich die 128 Bewerber um den Deutschen Meistertitel trafen, waren Lücken in den Mannschaften der verschiedenen Landesverbände nicht zu übersehen. Die Berliner reisten nur mit vier  Wettkämpfern an, Südbaden nur mit drei,  Rheinland mit sechs und selbst Hessen konnte nicht alle Gewichtsklassen besetzen. Nur 35 Teilnehmer der Wettkämpfe des Vergangene Jahres konnten sich noch durchsetzen. Die Unterschiede in der Kampferfahrung waren gravierend. ​ So gab es erfahrene Kämpfer wie : Als von 14. – 19. Oktober 1957 in der Kieler Ostseehalle sich die 128 Bewerber um den Deutschen Meistertitel trafen, waren Lücken in den Mannschaften der verschiedenen Landesverbände nicht zu übersehen. Die Berliner reisten nur mit vier  Wettkämpfern an, Südbaden nur mit drei,  Rheinland mit sechs und selbst Hessen konnte nicht alle Gewichtsklassen besetzen. Nur 35 Teilnehmer der Wettkämpfe des Vergangene Jahres konnten sich noch durchsetzen. Die Unterschiede in der Kampferfahrung waren gravierend. ​ So gab es erfahrene Kämpfer wie :
-  Fischer ​   295 Kämpfe+  Fischer ​           ​295 Kämpfe
   Wagner 270 „   Wagner 270 „
   H. Jahannpeter 257 „   H. Jahannpeter 257 „
-  Roth 256 „+  Roth         ​256 „
   und fast Anfänger wie :   und fast Anfänger wie :
   Strauß 14 Kämpfe ​   Strauß 14 Kämpfe ​
-  Karb 15 „ +  Karb         ​15 „ 
-  Schwan 18  „  ​   ​+  Schwan       18  ​   ​
  
-Die Meisterwürde errangen in der nicht ausverkauften Ostseehalle : Kruczik, Goschka, Krammer II, Herper, Roth, Johannpeter II, Meinhardt, Krenz und Pautz.+ ​** ​Die Meisterwürde errangen in der nicht ausverkauften Ostseehalle :​Kruczik,​Goschka,​Krammer II,      Herper, Roth,​Johannpeter II, Meinhardt, Krenz und Pautz.**
  
 Da die Teilnehmer eine recht unterschiedliche sportliche Qualifikation zu den Meisterschaften mitbrachten,​ wurden Überlegungen angestellt, wie eine größere Attraktivität erreicht werden könnte. Ein Ausweg war der Vorschlag, acht gleichstarke Ländergruppen zu bilden oder in den einzelnen Gewichtsklassen Ranglistenkämpfe auszutragen. Da die Teilnehmer eine recht unterschiedliche sportliche Qualifikation zu den Meisterschaften mitbrachten,​ wurden Überlegungen angestellt, wie eine größere Attraktivität erreicht werden könnte. Ein Ausweg war der Vorschlag, acht gleichstarke Ländergruppen zu bilden oder in den einzelnen Gewichtsklassen Ranglistenkämpfe auszutragen.
  
-Neben den deutschen Meisterschaften gab es aber immer noch die Deutsche Polizei-Box- Meisterschaft,​ die in diesem Jahr in Berlin stattfand. Waren bei den Kämpfen der Berufsboxer noch Zuschauerzahlen von 17 000 registriert,​ fanden sich bei diesen Amateurmeisterschaften doch noch 7000 Zuschauer ein, die schöne Kämpfe sahen, aber  im Niveau nicht an die Leistungen der vergangenen Jahre heran reichten. ​ Den Titel Deutscher Polizei-Meister im Boxen errangen (vom Feder- bis Schwergewicht ):+Neben den deutschen Meisterschaften gab es aber immer noch die Deutsche Polizei-Box- Meisterschaft,​ die in diesem Jahr in Berlin stattfand. Waren bei den Kämpfen der Berufsboxer noch Zuschauerzahlen von 17 000 registriert,​ fanden sich bei diesen Amateurmeisterschaften doch noch 7000 Zuschauer ein, die schöne Kämpfe sahen, aber  im Niveau nicht an die Leistungen der vergangenen Jahre heran reichten. ​ Den Titel **Deutscher Polizei-Meister** im Boxen errangen (vom Feder- bis Schwergewicht ):
 Worn, Weichert, Orth, Zander, Hogh, Tenscher, Wittholz und Pautz. Worn, Weichert, Orth, Zander, Hogh, Tenscher, Wittholz und Pautz.
  
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 Da der Berufssport immer wieder die erfolgreichsten Amateure verpflichtete und so leistungsfähige und lukrative Veranstaltungen seltener wurden, drängten sich die Forderungen auf, durch Verhandlungen mit dem Verband Deutscher Berufsboxer zu Vereinbarungen zu kommen, das Amateure nicht vor Olympia und Europameisterschaften ins Profilager wechseln sollten. Es gab aber keine bindenden Absprachen. Da der Berufssport immer wieder die erfolgreichsten Amateure verpflichtete und so leistungsfähige und lukrative Veranstaltungen seltener wurden, drängten sich die Forderungen auf, durch Verhandlungen mit dem Verband Deutscher Berufsboxer zu Vereinbarungen zu kommen, das Amateure nicht vor Olympia und Europameisterschaften ins Profilager wechseln sollten. Es gab aber keine bindenden Absprachen.
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 Als der Boxsport noch in den Anfängen war, aber besonders nach 1954 finden sich international einige „wissenschaftliche“ ​ Artikel, die auf die Gefährdung durch das Boxen verweisen. Dabei ging es nicht so sehr um die Wissenschaftlichkeit,​ sondern um die Sensation vom Tod im Ring ((Boxsport, 40/57, S. 11)). Als der Boxsport noch in den Anfängen war, aber besonders nach 1954 finden sich international einige „wissenschaftliche“ ​ Artikel, die auf die Gefährdung durch das Boxen verweisen. Dabei ging es nicht so sehr um die Wissenschaftlichkeit,​ sondern um die Sensation vom Tod im Ring ((Boxsport, 40/57, S. 11)).
  
gs/w/1957.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:21 (Externe Bearbeitung)

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