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gs:o:1987

1987 - Europameisterschaft mit vier Titeln

Die Vorbereitungen auf den Höhepunkt des Jahres, die Europameisterschaft in Turin begannen innerhalb des DBV mit den Mannschaftsmeisterschaften. Die Oberliga eröffnete ihre Vorrunden. Gleichzeitig stellte die 1. und 2. Liga die Sieger von 1986 vor. In der 1. Liga siegte Motor Mitte Magdeburg, vor Schwarze Pumpe, KG Schwedt/Neubrandenburg und der ASG Halle. In der II. Liga konnte sich Veritas Wittenberge durchsetzen.

Die Spitzenathleten durchliefen mehrere internationale Turniere (der Europäische Verband hatte für 1987 45 internationale Turniere bestätigt), um sich auf die Weltmeisterschaften in Havanna vorzubereiten. Zum Jahresende stand noch der Kampf gegen die Nationalmannschaft des DABV auf dem Programm, vor den Meisterschaften des DBV.

Beim Chemiepokal vom 24.-29.03. hatten 18 Mannschaften 135 Kämpfer gemeldet, die vor einer begeisterten Kulisse von 35 000 Zuschauern boxten. Der DBV hatte 37 Aktive für den Vergleich mit der Weltspitze des Boxens vorbereitet. Vor allem war es eine Auseinandersetzung der Boxer Kubas und der Staffel des DBV, die aber die Kubaner gewannen. Die Sieger des DBV: Tews, Breitbarth, Zülow, S. Mehnert, Richter und Ryl.

Es folgten viele internationale Turniere, z. B.: VII. Intercup in Hemsbach: Siege durch Gittner und Saeger Italia 87: Sieg durch Ryl, 2. Platz durch Tews und Schmidt Istvan-Dobo-Turnier: Ryl 2. Platz Tammer-Turnier in Tampere: Siege durch Heinemann und Preiß Kingscup in Bankog: Siege durch Mehnert, Richter, Maske. 2.Platz durch Otto Der nächste Höhepunkt war die Europameisterschaft in Turin, bei der Fliegengewichtler Tews, im Halbmittelgew. Richter, im Mittelgew. Maske und im Superschwergew. Kaden die Titel gewannen. 2. Plätze erkämpften Mehnert und Ryl. Die Bronzemedaille ging an Breitbart. Damit bestätigte die DDR Staffel ihre mit führende Position im Europäischen Boxsport. Nach Mehnert (1985) erhielt der Geraer Kaden die Auszeichnung für den „Besten Boxer“. Doch Pech hatte Heydeck, der nach Punkten vorn liegend, 15 Sekunden vor dem Ende des Kampfes wegen einer kaum sichtbaren Verletzung vom Ringrichter in die Ecke geschickt wurde 1). So waren es auch noch weitere Urteile, die für Kritik sorgten, wenn auch weniger als bei den vorangegangenen Titelkämpfen, was auch zum Ausschluss von Ring-und Punktrichtern führte.

Zum nächsten Kräftemessen für die Leistungsstärksten folgte dann das TSC Boxturnier von Berlin. Die 112 Teilnehmer kamen aus 18 Ländern. Unter den Augen der politischen Prominenz gewannen für den DBV: Zülow, Heinemann, S. Mehnert, Schmitz, Maske und Kaden.

Turniersieger 1987:von li.- vordere Reihe: Albeert Kasandstijan-UdSSR, Robert Isaszegi-Ungarn, Arsenio Vidal-Kiba, Orlando Reyes -Kuba stehend von li.:Jan Heinemann, Siegfried Mehnert, Torsten Schmitz, Henry Maske, Andrey Karawajew-UdSSR, Arnold Vanderlijde-Niederlande und Uli Kaden
Sieger im Leichtgewicht:1. Platz A. Zülow, 2. Platz.Olaf Trenn, 3. Platz Jörg Heidenreich und Gatri Akopjan -UdSSR
Finale Superschwergew.: Ulli Kaden besiegt Alexander Miroschnitschenko-UdSSR

Fast im Anschluss, vom 23. bis 31. Oktober, fanden die Kämpfe für den V. Weltcup in Belgrad statt. Die DDR stellte sieben Starter. Gold sicherten sich in diesem Turnier: Mehnert, Richter und Kaden. Den 2. Platz erkämpften Tews, Breitbarth und Maske. Bronze errang Ryl. Mit diesem Ergebnis stellte die DDR nach Kuba die stärkste Vertretung.

Für die Boxer des DBV folgten weitere Turnierbeteiligungen, z.B.: Gera: Sieger, Marcus Bayer Tatabanya: Sieger, Markert, Zimmermann, Richter, Kaden Wien: Sieger, Mehnert, Maske, 2. Pl. an Breitbarth

Eine spannende Auseinandersetzung gab es im Jahre 1987. Es trafen die beiden Nationalstaffeln der DDR und der BRD aufeinander. Einige der stärksten des DABV konnten nicht eingesetzt werden, so war der Sieg der DDR-Mannschaft vorauszusehen. Das Ergebnis lautete dann auch 20 : 4. Den Kampf nicht gewinnen konnten: Heinemann (DBV) gegen Gies (58:59, 59: 58, und 58: 59) und Ryl (DBV) gegen Bott (0: 3).

Für die Senioren folgte die Bestenermittlung in Hoyerswerda. Hier stellten sich 72 Aktive vom Fliegen- bis Schwergewicht im Ring vor. Die Sieger: F.Eichhorn - Magdeburg, Volke - Schwarze Pumpe, P.Eichhorn - Magdeburg, Balzuweit - Wittenberge, Edenharter - Schwedt, Stange - Schwedt, Schwarz - Wittenberge, Lau - Schwedt, Gebauer - Magdeburg, Monse - Magdeburg, Mecke - Freiberg. Cottbus war vom 2.- 6. Dezember der Austragungsort der 39. DDR-Meisterschaft im Boxen. Hier war zu beobachten, wie sich die in den Kämpfen des Jahres siegreichen Boxer auch gegen die nachwachsende Konkurrenz im eigenen Lande behaupten konnten.

Die Meister: Loch -Gera, Tews, Breitbarth -beide Schwerin, Rudolph -Cottbus, Zülow -Schwerin, Heinemann -Dyn. Berlin, Krause, Schmitz -beide Schwerin, Maske -ASK, Gebauer -Magdeburg, Suetovius -Halle und Kaden -Wismut. Mit Gebauer war ein Sportler aus den BSG in die Meisterriege vorgedrungen. Doch auch einige der großen Namen fehlten: Seriensieger S. Mehnert, die Vorjahresmeister Berg und Lange, die in Leningrad eingesetzten Hohn, Upplegger und W. Schmidt. Dennoch war die Zahl von 91 Startern in 12 Gewichtsklassen zu gering, wenn bedacht wird, dass es sieben Klubs gab, die komplette Staffeln für die Mannschaftsvergleiche stellen sollten. Hinzu kamen dann noch die Starter der BSG.

Für den Nachwuchsbereich kämpften in Limbach-Oberfrohna 97 Aktive der Bestenermittlung in der AK 15 um den Sieg. Als technisch Beste erhielten eine Auszeichnung :Wohlfahrt -Greifswald, Jakobe -Eisleben und Schade -Nordhausen. Die Meisterschaften in dieser AK fanden in Gera statt. Der herausragende Athlet war Berger (Schwerin).

In Erfurt kämpften die 48 Sportler der AK 16 um den Sieg in der Bestenermittlung. Dabei zeichneten sich unter anderem aus: Berger, Kubat. Tuttas und M. Heidenreich. Die Meisterschaft mit 71 Teilnehmern begann in Zerbst und in Burg. Hier fanden wir unter den Siegern Namen, die lange Zeit das Boxgeschehen mitbestimmten. So unter anderem: M.Beyer, Bierbaum, E. Berger, Schenk und Sobecki.

Zeitgleich mit dem Chemiepokal begann in der Umgebung von Schwerin die Meisterschaft der Altersklasse 17. Für herausragende Leistungen sorgten Eigenbrodt - ASK, Rostek - Dyn. Berlin). Von den Meistern des Vorjahres konnten nur Wutzke, Packheiser - beide ASK und Rostek ihren Titel wieder verteidigen. Zu den IV. Juniorenweltmeisterschaften in Havanna meldete der DBV neun Boxer: Quast - ASK, Stegemann - Schwerin, Trenn - Schwerin, Schenk - TSC, Liebing - TSC, Eigenbrodt - ASK, Zimmermann - Gera, Beckström - Schwerin und Packheiser - Schwerin. Sie errangen sechsmal eine Bronzemedaille und blieben damit hinter den Ergebnissen der vorangegangenen Welttitelkämpfe. Aber fünf Kämpfer scheiterten am späteren Weltmeister und Zimmermann war dem Sieg nahe, wurde aber wegen einer geringen Verletzung aus dem Ring genommen. Auch Packheiser war auf Erfolgskurs, behielt aber nicht die Nerven und „verschenkte“ seinen Finalplatz.

Mit 498 Startern war die XI. Kinder und Jugendspartakiade die größte Leistungsschau des Boxsports. Geboxt wurde in drei Ringen in der Messehalle in Leipzig bis zum Halbfinale. In der Altersklasse 13 gab es einen Athletikwettkampf und Boxentscheidungen. Es siegten unter anderem: 41 kg- Decker -Nordhausen, 45 kg- Queseleit - Riebnitz, 63,5 kg - Breitbarth - Strahlsund, über 63,5 kg - Friedrich - Altentreptow.

Die besten Boxer in der Altersklasse 14 waren: Reichelt (Cottbus), die Schweriner Lubitz und Wilmer, Keller und Krüger vom TSC, Trumpold und Dzemski aus Halle und Herbig aus Gera. In der AK 15 bestimmten das Niveau: Raumer und Kubat -Cottbus, Schumann -TSC, Storch -Halle und Hülsmann -Schwerin.

In der Altersklasse 16 fehlten einige Leistungsträger, die an anderen internationalen Wettkämpfen teilnahmen. Von den Deutschen Meistern dieser Altersklasse konnten Bierbaum, Koschel -Dyn. Berlin), Beyer (Gera) und Schumann (Halle) auch den Spartakiadesieg erringen. Bereits 1985 hatten sich Koschel, Beyer und Elsner (Ludwigsfelde) den Spartakiadesieg erkämpft. In der AK17 fehlten die Auswahlboxer. Von den sechs angetretenen DDR-Meistern erkämpften sich fünf wieder den 1. Platz (Wutzke, Wolf, T. May-alle ASK - Born – Wismut und Rostek – Dyn. ). Der Präsident der AIBA Chowdhry verglich die Spartakiade mit der Olympiade und war begeistert 2).

Im Heft 2/1988, S. 8 veröffentlichte der Boxring die AIBA Weltrangliste. Darin wird der 1. Platz an Richter und Kaden vergeben. Bis auf Halbfliegen- und Weltergewicht sind die Mitglieder der Nationalmannschaft unter den acht stärksten Boxern der Welt zu finden.


1) Boxring,7/1987, S.5
2) Boxring 9/21987, S. 12
gs/o/1987.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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