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gs:o:1983

1983 – Die Kinder – und Jugendspartakiade

Das Hauptereignis im nationalen Sport war das VI.Turn- und Sportfest und die damit verbundene Kinder- und Jugendspartakiade in Leipzig. In den Zielstellungen an vorderster Stelle stand die Aufgabe: „die Anzahl registrierter Boxer kontinuierlich zu erhöhen“ 1). Deshalb wurden die Wettkampfmöglichkeiten als Spartakiade und Meisterschaft als zwei getrennte Wettkämpfe, für den gesamten Nachwuchs ausgeschrieben. Neben den großen Turnieren in der DDR waren die Länderkämpfe ausgewiesen. Dabei fällt die Verdopplung der Kämpfe für den Nachwuchs auf, der sich aber besonders auf die Vergleiche mir den Vertragsstaaten bezieht. Einen festen Platz bekamen die Turniere für die Sportler der Betriebssportgemeinschaften und der ehemaligen Spitzenboxer. Die großen internationalen Ereignisse (Europameisterschaft und Jugendwettkämpfe der Freundschaft) finden sich erst auf der 2. Seite des Sportplanes. Nicht zu überlesen waren die kritischen Ansätze vom Präsidenten Prof. Schwidtmann. Er verwies auf die noch nicht ausreichende kontinuierliche Entwicklung des Nachwuchses in allen Gewichtsklassen und auch in allen Bezirken. Auch die Wettkampfmöglichkeiten waren noch nicht ausreichend. Es war teilweise darauf zurückzuführen, dass der Stamm der Betreuer von ehemaligen Aktiven nicht ausreichen mit gewachsen war 2).

Das Sportjahr begann bereits mit einem Höhepunkt, mit dem Kampf gegen die USA - Staffel. Die USA hatte vier Staffeln gebildet, die fast gleichzeitig internationale Kämpfe aus-trugen, um die optimale Stammformation für die Olympiade 1984 zu finden. Sie starteten in der Schwerin-er Kongresshalle zum Länderkampf (14:10 für die DDR) und zu einem Zweitstart in Wismar (16:8 für die DDR). In beiden Kämpfen eingesetzt und Sieger waren Kirchstein, Mehnert und Kästner.

Als umfassender Test für die Benennung der Teilnehmer für die Europameisterschaft im Mai in Varna hatte der DBV 34 Teilnehmer für das Chemiepokalturnier in Halle gemeldet. In diesem Turnier hatten Halbfliegengew. Marx, Federgewichtler Rauschning, S. Mehnert im Halbweltergew. und Poye im Weltergew. aber auch Maske im Mittelgew. und der Schwergew. P. Philipp gegen stärkste internationale Gegner antreten müssen und hervorragende Leistungen gezeigt. Bei dem dann folgenden Länderkampf gegen die VR Polen in Katowice, der mit 14:10 verloren wurde, gab es unterschiedliche Leistungen. Kirchstein und Rauschning hatten nach Punkten verloren, obwohl sie den Kampf bestimmt hatten 3). Besonders vom Verbandstrainer Debert hervorgehobene Leistungen zeigten Kirchstein, Mehnert und Kohnert. Den B-Länderkampf gewann der DBV mit 16:8, wobei besonders Käsebier gegen den Junioren Vize-Weltmeister Kaczmarek nur eine Runde brauchte, bis er ihn „im Griff hatte“.

Die Europameisterschaften vom 7.-15 Mai in Varna hätte man auch als UdSSR- Meisterschaften im Ausland bezeichnen können. Denn diese Mannschaft sicherte sich acht Titel! Auch Bulgarien konnte dreimal Gold gewinnen. Für die DDR gab es den Vizeeuropameister für Hunger und Kaden, und Bronze für Kirchstein, Rauschning, S. Mehnert und Maske.

Zurück zu den Wettkämpfen in der DDR. Die besten Boxer in der Altersklasse 17 standen wegen der unterschiedlichen Voraussetzungen bei den Meisterschafts-Wettkämpfen in Köthen und der Bestenermittlung in Waltershausen im Ring. Die Meisterschaften wurden von den Schweriner Jungen dominiert, die durch Breitbart, Zülow, Berndt, Wiegrefe, Holtfreter und Janik immer den 1. Platz belegten.

Die 67 Aktiven der Bestenermittlung mussten 54 Kämpfe austragen, von denen waren 18 durch Punkturteile entschieden, 31 durch RSC und 3 durch k.o. (Zwei Kämpfe sind ausgefallen). Das zeigt einen relativ großen Leistungsunterschied der Aktiven an. Auch die Teilnehmerzahlen im den einzelnen Gewichtsklassen (8 waren möglich) waren sehr niedrig: Papiergewicht (3 Teilnehmer), Halbfliegengew. (3), Fliegengew. (4), Bantamgew. (5), Federgew. (7), Leichtgew.(5), Halbweltergew. (6), Weltergew. (5), Halbmittelgew. (8), Mittelgew. (7), Halbschwergew. (6), Schwergew. (4) und Superschwergew. (4). Verglichen mit den Teilnehmern der Meisterschaften zeigt sich in diesem Bild die eingeschränkte Breite im BSG Bereich.

Die Wettkämpfe der Altersklasse 16 waren auch wieder in Meisterschaft (in Sternberg) und der Bestenermittlung (in Zerbst) eingeteilt. Bei den 72 Boxern aus den Klubs finden wir Namen, die später wieder in der Weltspitze zu finden waren. Dazu zählt Berg - SCT, Saeger - SCT, Ryl - TSC, Schmidt - SCT und Schenk - ASK.

Von den 87 Teilnehmern der Bestenermittlung stellte der Bezirk Halle 12 Starter, die 10 Medaillen errangen, unter anderem Neumann (Chemie Bitterfeld) als Sieger im Schwergewicht. 111 Teilnehmer bewarben sich in Ronneburg um die zum 2. Mal ausgetragenen Titelkämpfe in den 14 Gewichtsklassen der Altersklasse 15. Die meisten Aktiven hatte der Bezirk Rostock, mit sechs Aktiven im Finale, von denen vier als Sieger gekürt wurden.

Bereits zwei Monate nach der Meisterschaft wurden die Karten wieder neu gemischt, denn es folgten die Ausscheidungskämpfe für die Spartakiade. 403 Boxer in den Altersklassen von 13 bis 17 Jahren kämpften um die 57 Titel:“Spartakiadesieger“ Diese Leistungsschau des Boxsports erfolgte unter den Augen von IOC Präsident Samaranch und des AIBA Präsidenten Hull. Und hier eine Auswahl der Sieger:

Altersklasse 13:Papiergew. A: Hinz -Einheit Krakow; Federgew.: Rudolph -Lok RAW Cottbus
AK 14: Leichtgew.: Seeger -SCT ; Superschwergew.: Monse -TSC
AK 16: Leichtgew.: Saeger -SCT; Halbschwergew.: Markert -SG Wismut
AK 17: Fliegengew.: Zülow -SCT; Weltergew.: Sobecki -SCT
Die Meister der Jugend-Altersklasse 15 , ausgetragen in Schwedt 1983 ( der 5. von links ist H. Maske )

In zwei Etappen wurde die 25. Mannschaftsmeisterschaft der Oberliga ausgeboxt. Der SC Traktor Schwerin errang den zehnten Titel. Die Platzierungen: 2. SC Dynamo Berlin, gefolgt von: SG Wismut Gera, SC Chemie Halle, ASK Vorwärts Frankfurt, Stahl Hennigsdorf, TSC Berlin, SC Cottbus.

Die XIX. Jugendwettkämpfe der Freundschaft, mit 106 Boxern dem größten Nachwuchsturnier der Vertragsstaaten, im rumänischen Galati, war für viele der Test vor den Juniorenweltmeisterschaften in Santo Domingo. Für den DBV gab es Turniersiege durch Knuth (Fliegengew.) und Walter (Halbmittelgew.) und einen 2. Platz durch Wiegrefe (Federgew.).

Das XIV. Berliner Boxturnier vom 2.-7.10. vereinte 112 Aktive aus 13 Ländern. Der DBV setzte 40 Aktive ein, die sich härtester internationaler Konkurrenz stellten. Von den 11 gestarteten Meistern erreichten sechs das Finale. Siegermedaillen erhielten Kirchstein, Rauschning, Hunger, Maske und Schmid.

Einer der Höhepunkte des ausklingenden Wettkampfjahres waren die DDR Meisterschaften vom 7. bis 11. Dezember in Gera mit 115 Aktiven. Dem Halbfliegengewichtler Geilich gelang der Titelgewinn zum 8. Male, damit schloss er zu Förster und Fanghänel auf, die auch den Titel bereits acht mal errungen hatten. Zum ersten mal dabei und schon Titelgewinner war Knuth (SCT). Die weiteren Titelgewinner waren: Kichstein -SC Dyn. Berlin, Rauschning -SG Wismut Gera, Benske -ASK Frankfurt, S. Mehnert -SC Chemie Halle, Schmitz -SCT, Timm -SCT, Maske -ASK, Friese -SC Chemie Halle, Schmid ASK und Kaden -SG Wismut Gera. Damit setzten sich junge Boxer durch, denn die Hälfte von ihnen war noch keine 20 Jahre alt. Ja sogar mit einer Sondergenehmigung startete der erst 16-jährige Saeger bei den Männern. Die Auszeichnung als „Bester Boxer“ dieses Turniers erhielt F. Rauschning (der auch zum Besten Boxer des Jahres gewählt wurde).

Ausgetragen wurden die IX. Bestenermittlungen der Senioren in Görlitz. Die Finalergebnisse vom Halbfliegengew. bis Superschwergew.): Gehlhaar - Hennigsdorf bes. Buschendorf - Lützkendorf; Pieper - Schwedt bes. Rehnert - Freiberg, Staak - Magdeburg bes. Skrzwinski - Schwedt, Sörensen - Hennigsdorf bes. J. Rauschning - Schwedt, Balzuweit - Wittenberge bes. Naumann - Saalfeld, Winter - Hennigsdorf bes. Ballhause - Nordhausen, Steinbrecher - Hennisdorf bes. Winde - Ausbau Berlin, Murawski - Schwedt bes. Polster - Dresden, Woge - Magdeburg bes. Maetzing - Hennigsdorf, Gebauer - Torgelow bes. H.Schumann - ASG Dresden, Willsenach - ASG Rostock bes. Pieczyk - Stendal, L. Philipp bes. Schröder- beide Henningsdorf.

Die Turniere, die nicht in erster Linie für die Leistungssportler organisiert waren, hatten einen festen Platz im Terminplan erhalten. Jedoch überschnitten sich die Termine vom Pokal der Chemiearbeiter und die Kämpfe um den Pokal der Stadt Wittenberge. Damit waren aber die Teilnehmerfeld begrenzter und das Ziel, Turniere für die BSG-Sportler zu schaffen, nicht zu erreichen.

Die Studentenmeisterschaften, durchgeführt vor den Bestenermittlungen in Karl-Marx-Stadt, sahen die Aktiven von Brauske, Trainer an der DHfK in Leipzig, achtmal vorn. Die Humboldt-Universität, an der immer viele Boxer studierten, die TH Magdeburg, die TH Karl-Marx-Stadt, die PH Potsdam und die FH Cottbus konnten kaum gleichwertige Gegner stellen.


1) Sportplan 1983, S. 1
2) vgl.: Sportplan des DBV 1983, S. 4
3) Boxsport, 4/1983, S. 9
gs/o/1983.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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