Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


gs:o:1981

1981 - Europameisterschaften

1981 ist das Jahr der Europameisterschaft und der bewährten nationalen Höhepunkte. Es war aber auch ein Jahr, in dem die breiten-sportliche Entwicklung des Boxens einen festen Platz im Sportleben einnahm. Dafür spricht die Austragung von Schulmeisterschaften, so zum Beispiel in Gera, an der sich 248 Schüler aus 25 Schulen beteiligten. Aber auch mit der Organisation des VI. Chemiearbeiterturniers in Schwedt hatte sich eine Veranstaltung bewährt, die sich vorwiegend an Sportler der Sportgemeinschaften richtete.

Die Meisterschaftskämpfe eröffnete die Altersklasse 15/16 in Cottbus. Es stellten sich 88 Teilnehmer, darunter 20 aus den Betriebssportgemeinschaften zum Kampf. Es siegten: Töpfer, Mahnke, Hytych, A. Mehnert, Wiegrefe, Leutz, Schmitz, Walter, Suetovius, Koudele, Bartusch, Knorr, Kempf und Wiesenthal. Als Sieger beim Finale der Junioren in Aschersleben fanden wir unter anderem Maske und Demmler. Dagegen gab es in der Bestenermittlung der Junioren auch Vertreter, die in der Nationalmannschaft auftraten. Es siegten: Landgraf (hatte bereits die Meisterschaft gewonnen), Langer, Preusche, Wentzlau, Zimmermann, Schwarz, Flemming, Wünsche, Weiß, Schroth, Steinfeld, S.Anders und Regener. Welche umfangreichen Arbeiten immer bewältigt werden mussten, wenn die Kinder- und Jugendspartakiade eingeplant war, lassen Zahlen erahnen. In den vier Turnieren der Altersklassen 13,14, 15/16 und 17/18 stellten sich 405 Boxer in den 57 Gewichtsklassen vor. Betreut wurden die jungen Athleten von 89 Übungsleitern und 25 Kampfrichtern. Neben dem Boxen war in der Altersklasse 13 auch der Athletikwettkampf (60 m Sprint, Kasten-Bumerang –Lauf und Klimmziehen) abzuleisten. Der herausragende Kampf dieser Meisterschaft fand im Schwergewicht A zwischen Sukowski und Koudele statt.

In der Alterklasse 14 gab es geringere Teilnehmerfelder, vorwiegend in den unteren Gewichtsklassen fehlten die Starter, was aber die Qualität der gestiegenen Ausbildung nicht beeinträchtigte. Der herausragende Kampf fand zwischen Pflug und Bork statt.

In der Altersklasse 15/16 siegte im Leichtgewicht Th. Schmitz.

Auf hohem Niveau kämpften in der Altersklasse 17/18 im Bantamgewicht Frehse und Hoffmann. Um einen ständigen Vergleich der Jugend und Junioren zu gewährleisten, kämpften die Starter der Sportclubs und von Wismut Gera in der Jugend- und Junioren Oberliga. Den 1. Platz sicherte sich Dynamo Schwerin vor dem SC Traktor Schwerin. Bei diesen Wettkämpfen war noch keine breite Teilnahme gesichert, denn 50 Prozent der geplanten Kämpfe mussten wegen fehlender Starter ausfallen. Aber ein Leistungssportsystem brauchte den ständigen Kampf mit den Besten. Daneben gab es noch einen DDR Mannschaftspokal der Jugend und einen Kinderpokal, der auf der Grundlage von gemeldeten Staffeln der Bezirke stattfand.

Mit der XI. Studentenmeisterschaft im November in Potsdam gab es einen weiteren breitensportlichen Vergleich, der beachtete, dass die Studenten nach Prüfungen, Semesterferien und Praktika meist über drei Monate nicht am Studienort anwesend waren und somit selten Spitzenleistungen erreichen konnten. Das Ereignis des Jahres waren die Europameisterschaften in Tampere, für die der DBV 11 Aktive gemeldet hatte. Es gab hervorragende Leistungen. Im Finale des Halbfliegengewichts unterlag Geilich dem Bulgaren Mustafow. Im Federgewicht konnte Nowakowski den Olympiadritten von 1980, den Polen Kosedowski, nach Punkten besiegen. Im Halbweltergew. gab es einen 3.Platz für Schwarz. Im Weltergewicht sicherte sich Krüger einen 2. Platz. Im Halbmittelgew. traf Kästner auf den späteren Europameister Koschkin und Halbschwergewichtler Nebrig auf den späteren Meister Krupin. Im Finale des Schwergewichts besiegte der 19 jährige Jagubkin den DBV Boxer Fanghänel nach Punkten. Im Superschwergew. unterlag Kaden dem späteren Meister Damiani. Damit erreichte der DBV mit sechs Medaillen und den Europameistertitel von Nowakowski ein hervorragendes Ergebnis.

Die Mannschaftsmeisterschaft der Oberliga, in der die Boxer der Sportklubs und die Mannschaft von Stahl Hennigsdorf vertreten waren, war die beste Vergleichsmöglichkeit in nationalen Rahmen. Sie ermöglichte es, junge Boxer gegen international erfahrene Kämpfer einzusetzen und deren Entwicklung zu fördern. Die Mannschaftsmeisterschaft entschied 1981 der ASK Vorwärts Frankfurt/Oder (mit den Kämpfern: Schmid, Rabe, K.-H. Krüger, Rostankowski, H.Krüger, Koch, Richter, Geilich, Fink und Flügge).Die Abschlusstabelle der Oberliga 1981:

1. ASK Vorwärts Frankfurt
2. SC Traktor Schwerin
3. SC Dynamo Berlin
4. SG Wismut Gera
5. BSG Stahl Hennigsdorf
6. SC Chemie Halle
7. TSC Berlin 

Boxer mit hervorragenden Leistungen 1981:

Trainer Wolke mit Halbfliegengewichtler D.Geilich
Martin Neef mit K.-D. Kirchstein

Die Internationalen Turniere unter der Leitung des DBV zogen wieder viele erfahrene Wettkämpfer an. So maßen beim VII. Turnier der Junioren von Schwerin 103 Aktive aus 14 Ländern ihre Kräfte. Zu den Siegern zählten: S. Mehnert, Maske, Hameister und Walter. Die großen Leistungsunterschiede, aber auch die Verantwortung der Ringrichter zeigten sich im Kampfausgang, denn von den 91 Kämpfen endeten 41 vorzeitig! So war auch ein Schutz jener Sportler gesichert, die noch nicht den harten internationalen Anforderungen gewachsen waren.

Die XVII. Jugendwettkämpfe der Freundschaft, nach 1966 und 1975 zum dritten Mal in der DDR ausgetragen, fanden in Gera statt. Der DBV stellte 22 Boxsportler von den 101 Aktiven aus zehn Ländern. Den 1. Platz sicherten sich Mehnert und Demmler. Zweite Plätze gab es für Suetovius, Koudele, Witte und Haupt. Hinzu kamen noch sechs Bronzemedaillen.

Eines der größten Turniere war das XIV. Turnier von Cordova-Cardin in Kuba mit 248 Aktiven aus 19 Ländern. Dabei stellte der Gastgeber 151 Boxsportler. Der DBV war mit fünf Kämpfern vertreten, die zweimal Silber (Kohnert, und Meyer) und einen dritten Platz durch Trauten errangen. Zum 19. Male trafen die besten 116 Boxer der Armeen im Rahmen der V. Sommerspartakiade in Pecs aufeinander. Der DBV hatte sieben Aktive gestellt, von denen Schmid und Koch den 2. Platz und Woge den 3. Platz belegten. An der Spartakiade der Sicherheitsorgane in Havanna beteiligte sich der SC Dynamo Berlin mit neun Boxern. Einen Sieg errang im Schwergewicht Pergamenter.

Bereits im März startete das Turnier um den Chemiepokal in Halle. Dabei testete der DBV fast alle Spitzenboxer. So waren von den 101 Startern 33 aus dem DBV. Sie stellten dann auch neun Sieger und errangen acht Mal den 2. Platz. Glanzpunkte setzten Geilich, Th. Schulz und Fanghänel. Auch eine Vielzahl von Länderkämpfen kam zur Austragung.

Einen hohen Sieg erkämpfte der DBV-Nachwuchs gegen die C`SR Mannschaft (20: 2). Dagegen gestaltete sich der Kampf gegen Rumänien schwieriger (10: 12 verloren und im Zweitstart 10: 10). Kritik ist aber nicht an den Leistungen der Aktiven, sondern an den Wertungen der Kampfrichter geübt worden. Auch der Kampf auf einer Freilichtbühne in Bulgarien brachte für die jungen Starter nur 8:14 und erst im zweiten Start ein 10:10.

Von den Länderkämpfen ist besonders das 12:12 gegen Polen hervorzuheben.

Das Jahr 1981 zeigt ein Leistungssportsystem, das den beteiligten Boxern in allen Altersstufen einen kontinuierlichen Vergleich ermöglichte. Dieses System war aber so offen, dass jeder wieder in den Leistungssport „einsteigen“ konnte, wenn die sportlichen Leistungen ausreichten. Aber der Sport war auch Gegenstand der wissenschaftlichen Arbeiten an der DHfK in Leipzig, geleitet von Fiedler, später von Prof. Kirchgäßner, Barth, Bastian und anderen, die in Zusammenarbeit mit Trainern und Studenten viele Bereiche des Boxsports untersuchten 1) Wesentliche Ergebnisse finden wir in der Zeitschrift „Leistungssport“, die aber nur für den Dienstgebrauch zu erhalten war.


1) vgl.: “Theorie und Praxis der Körperkultur“, Heft 8 , 1981
gs/o/1981.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

Seiten-Werkzeuge