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gs:o:1980

1980 - Wieder ein Olympiastart

Ein olympisches Jahr mit einer neuen Gewichtsklasse, dem Superschwergewicht und der Beginn der Junioren-Weltmeisterschaften kennzeichneten den internationalen Rahmen. Die nationalen Schwerpunkte waren wie in jedem Jahr die nationalen Meisterschaften, die Turniere in der DDR und die Länderkämpfe. Auch die Wettkampfbestimmungen veränderten sich. Schüler und Jugendliche boxten nicht mehr mit acht, sondern mit zehn Unzen. Die Kampfzeiten waren gestaffelt, und auch die Kampfrichter durften nur noch bis zum Alter von 60 Jahren aktiv im und am Ring sein. Für gute sportlichen Leistungen erhielten die Sportler Geilich, Kegebein, Trauten und Kohnert die staatliche Auszeichnung: „Meister des Sports“. Die Junioren begannen die Meisterschaft vom 12.-16.03. im Bezirk Halle. Dort siegten Aktive wie: Prosch, Rauschning, Timm und Philipp. Dagegen kämpften die Junioren der Bestenermittlung in Rochlitz. Die Sieger (von Papier- bis Superschwer):Methner, Preusche, Brinner, Pulter, Winter, Alms, Weiß, Lieske, Negraszus, Rossa, Neugebauer und Närke.

Während die Jugendmeisterschaft vom 19.-23.03 in Schwedt ausgetragen wurde, begannen die Sportler in Ronneburg mit der Bestenermittlung. Die 127 Kämpfe, die in Schwedt in den 14 Gewichtsklassen ausgetragen wurden, waren durch unterschiedliche Niveaustufen bestimmt. So war es zu verstehen, dass fast die Hälfte der Kämpfe nicht über die volle Rundenzahl ging. Die Sieger: Käse, Krüger, A. Mehnert, Schmitz, Leutz, Schwarz, Lüders, Merkel, Nagora, Maske, Kneschk, Haupt, Hallfahrt, Mommertz. In Ronneburg hießen die Sieger: Lachmund, Eiternick, Wentzel, Schmidt, Wartmann, Rauhöft, Giersberg, Schwenzel, Suetovius, Schäfer, Herglotz, Weinhold, Sagorski und Malko.

Die DDR-Meisterschaften, die erst vom 09.-14. Dezember im Bezirk Leipzig stattfanden, sahen 79 Aktive aus den Sportklubs und auch aus sechs Sportler von Betriebssportgemeinschaften am Start. Trotz der geringen Teilnehmerzahlen gab es gute Sportwettkämpfe. Es siegten (Halbfliegengew.- Superschwergewicht) :

Geilich		26 Jahre	133 Kämpfe	103 Siege
Prosch		17 Jahre	 63 Kämpfe	 57 Siege
Schäfer		19 Jahre	 71 Kämpfe	 54 Siege
Behrendt	20 Jahre	 78 Kämpfe	 59 Siege
Fink		22 Jahre	108 Kämpfe	 95 Siege
Schwarz		20 Jahre	101 Kämpfe	 80 Siege
Krüger		28 Jahre	183 Kämpfe	 132 Siege
Kästner		22 Jahre	112 Kämpfe	 85 Siege
Neils		19 Jahre	 63 Kämpfe	 42 Siege
Kobsik		22 Jahre	 55 Kämpfe	 31 Siege
Fanghänel	29 Jahre	186 Kämpfe	 161 Siege
Kaden		21 Jahre	 82 Kämpfe	 71 Siege
Goldmedaillengewinner Rudi Fink )

Nach intensiven Vorbereitungen und der Qualifikation in den eigenen Reihen, aber auch durch die Leistungen in internationalen Turnieren wurden für die Olympischen Spiele in Moskau nominiert: Geilich, Behrendt, Fink, Nowakowski, Schwarz, Krüger, Körtner, Trauten, Bauch und Fanghänel. Wenn die Sportwelt auch durch die Nichtteilnahme von einigen Ländern an den Spielen Schaden genommen hat, was selbst der Vertreter der USA in der AIBA, HULL sehr bedauerte 1), war es ein auf hohem Niveau stehendes Turnier. Die Mannschaft der DDR belegte hinter Kuba und der UdSSR den dritten Platz. Eine Goldmedaille gewann Fink im Federgewicht und dazu errangen die Sportler noch fünf Mal Bronze (Nowakowski, Krüger, Kästner, Bauch und Fanghänel). Wobei hervorgehoben werden muss, dass Nowakowski wegen einer Verletzung das Halbfinale nicht erreichen konnte.

Die Junioren starteten bei der IV. Europameisterschaft in Rimini (Italien). Daran beteiligten sich 22 Ländermannschaften mit 120 Teilnehmern. Den Titel Junioren-Europameister gewannen: Rauschnik und Holonics. Hinzu kommen noch zwei Silber und zwei Bronzemedaillen.

In der DDR wurden bereits seit Jahren drei Turniere ausgetragen. Das Internationale Juniorenturnier von Schwerin , der Kampf um den Chemiepokal und das Berliner TSC –Turnier. Als bestorganisiertes Nachwuchsturnier der AIBA ist das VIII. Schweriner Turnier vom 16.-30. März gekennzeichnet worden. Erstmals waren auch die Kubaner mit ihren Junioren vertreten. Die DDR testete in diesem Wettkampf die Kandidaten für 1982 und sah es gleichzeitig als eine Vorbereitung auf die Europameisterschaft der Junioren am. Denn für die Juniorenweltmeisterschaften wurde nicht geplant. Bei diesem Turnier siegten unter anderem: Freyer, Handrik und Rubel.

Fünfzehn Länder mit 97 Aktiven- davon aber 32 DDR-Boxer- hatten sich zum IX. Chemiepokal angemeldet. Die DBV-Sieger dieses Turniers waren: Fink, Schwarz, Wandelt, Trauten und Fanghänel. Das Anfang Oktober stattfindende TSC Turnier verzeichnete mit 91 Teilnehmern ein gut besetztes Feld, das zeigte, dass es neben den Olympiateilnehmern auch eine breite nachdrängende Sportlergeneration gab. Für den Boxverband siegten: Geilich, Koch, Schwarz, Schneider, Andreaß, Nebrig, S.Kohnert und Kaden.

Bei der XI.Studentenmeisterschaften in Meißen konnten 65 Studenten in der Meisterschaft und in der Bestenermittlung in den Ring steigen. Für die Leistungsträger des DDR –Sports, von denen viele studierten, waren diese Wettkämpfe nicht attraktiv genug, deshalb gab es nur eine geringe Beteiligung von Spitzenkräften. Dafür drängten aber viele nach, die nicht mehr im aktuellen Leistungssport verankert waren. Die Meister des Jahres 1980 waren (ab Bantamgew.):

Rentsch, Behrendt, David, Marschner, K.-D Schulz, Ruhnau, Köbel, 
K.-H.Meißner, Peters, und R. Meissner.

Zur Bestimmung des internationalen Leistungsstandes oder auf der Grundlage sportpolitischer Vereinbarungen fanden die Länderkämpfe statt. So unter anderem am 09. und am 12. 03, gegen die USA (20: 2, und 16: 6 für die DDR; wegen Übergewicht gaben die USA die Punkte in Halbfliegen- und Halbschwergewicht kampflos ab), gegen Bulgarien (14: 8 für die DDR). Nachwuchsländerkämpfe der DDR gegen England (16 : 8 und 12 : 10 ), DDR gegen die CSSR (20 : 2 und DDR gegen Rumänien (10 : 12 und 10 : 10 ).

Die Boxer der Sportclubs und BSG starteten bei vielen internationalen Veranstaltungen. So unter anderem beim Turnier der Sicherheitskräfte in Sofia (Sieger: Kirchstein, Käsebier und Kästner), beim VIII. Boxturnier von Pecs (Sieger: Franz und Gärtner), beim VIII. Boxturnier von Constanta (Sieger: Scheibe und Kohnert) und auch beim XXIII. Turnier von Belgrad (Gold: Koch und Kohnert), beim I. Intercupboxturnier des DABV (Sieger : Bauch ).


1) Boxring (/1980, S. 4
gs/o/1980.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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