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gs:o:1979

1979 - Die Spartakiade

Wie gut die Arbeit in den vergangenen Jahren war, zeigte sich in der Weltrangliste der AIPS, die Förster, Krüger, Bachfeld und Fanghänel unter den ersten drei führten. Diese ausgezeichneten Leistungen von Boxsportlern fanden staatliche Anerkennung. So erhielt U. Bayer für die Erfolge bei Welt- und Europameisterschaften den Vaterländischen Verdienstorden, denn er hatte in seinen 217 Kämpfen 197 Siege errungen. Weitere staatliche Anerkennungen erhielten: Käsebier, Förster, Fanghänel, Bauch und Marx. Diese Athleten dienten der nachdrängenden Boxjugend als Vorbild. So war auch im Sportplan der Schwerpunkt auf die Förderung des Nachwuchses durch die Spartakiadebewegung gerichtet, denn von den 22350 Mitgliedern in den 371 Sektionen waren 1900 Übungsleiter und 818 Kampfrichter. Mit dieser Anzahl von Funktionären war es auch möglich, Meisterschaften und Bestenermittlungen auszutragen. In der Meisterschaft (AK 15/16) der Clubaktiven in Cottbus siegten: (von Papiergew. A bis Schwergewicht)

Frehse, T. Lange, Prosch, Schwarz, Benske, Schween, 
Timm, Schoppel, Krause, Klopfleisch, Demmler, Wessler, Hameister. 

Die Sieger der Bestenermittlung waren:

Zech, Keller, Schmidt, Hfalek, Baar, Flemming, Schwenzel, 
Steffen, Weiß, Härting, Herglotz, Rossa, Thormann

Das sich anschließende VII. Schweriner Boxturnier vom 24.-28. April vereinte 106 Aktive aus 11 Ländern. Der DBV stellte folgende Sieger: Fliegengew.- Berger, Leichtgew.-Th. Schulz, Weltergew.- Rubel, Halbmittelgew.- Siggelkow, Mittelgew.- Schroth.

Der größte Höhepunkt im Sportleben des Nachwuchses war die Spartakiade, die in vier Altersklassen (AK) ausgetragen wurde. AK 13, AK 14, AK15/16 und AK17/18. 434 Boxsportler aus Clubs und Bezirken beteiligten sich an dieser Leistungsschau. So siegten unter anderem:

AK 13: 		Heinemann
AK 14: 		Schmitz
AK 15/16:	Prosch, Mehnert, Timm
AK17/18:	Stachewicz

Gleichzeitig gab es eine Jungend- und Junioren- Oberliga, die ihre Wettkämpfe zum neunten Mal aus-trugen. Es siegten die Staffeln vom SC Schwerin vor Wismut Gera, Chemie Halle, SC Dynamo Berlin, ASK Frankfurt, SC Cottbus und TSC Berlin. Die Erfolgreichsten erhielten dann die Möglichkeit in der Nationalmannschaft in folgenden Wettkämpfen zu starten: DDR- Rumänien 10: 12, DDR- Irland 16: 6 und 12 : 6, DDR- Ungarn 20 : 2 und 12 : 10 und DDR - Kuba 16 : 6.

Vielfältige politische und sportliche Ziele konnten mit den Boxsportturnieren in der DDR umgesetzt werden. So ermöglichten sie den Vergleich mit Spitzenathleten und dienten den Nachwuchs zur Bestimmung seines Leistungsstandes. Zum VIII. Turnier um den Chemiepokal gab es nur 59 Teilnehmer, da viele Boxer einen eigenen Weg zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft einschlugen. Für den DBV gab es zwei herausragende Leistungen. So besiegte Fliegengewichtler Kegebein den Vizeweltmeister Hernandez aus Kuba und Bauch siegte im Halbschwergew. gegen Weltmeister Soria (Kuba). Der Höhepunkt des Jahres waren die Boxeuropameisterschaften in Köln. Erstmals wurden die neuen Festlegungen des Weltboxverbandes umgesetzt und Kampfrichter ausgelost, eine Punktmaschine eingesetzt und die 12. Gewichtsklasse, das Superschwergewicht, eingeführt. In den 144 Kämpfen gab es viele ausgeglichene Kämpfe, und nur acht k.o. - Siege. Die Boxer des DBV starteten in 11 Gewichtsklassen und erreichte das beste Ergebnis bei Europameisterschaften. Es gewannen Geilich und Kohnert Silber und fünf Mal konnte eine Bronzemedaille errungen werden. Pech hatte besonders Kästner, der den Olympiasieger „ im Griff“ hatte und durch eine Verletzung ausscheiden musste.

Das TSC Turnier vom 2.-7.10. sah 125 Aktive aus 18 Ländern am Start. Die Sieger für den DBV: Geilich, Behrendt, Nowakowski, Schwarz und Fanghänel.

Ein Höhepunkt im Sportwettkampf waren die Länderkämpfe der DDR gegen: Uganda 18: 4, Norwegen 20: 0, Dänemark 18: 4. Doch zum ersten Male reiste eine DDR Mannschaft in die USA und verlor den ersten Wettkampf mit 12: 10 - wobei es wohl sehr unterschiedliche Auffassungen über die Punktverteilung gegeben haben muss1) - und konnte den zweiten Kampf mit 16: 6 gewinnen.

Darüber hinaus starteten die Boxer in vielen internationalen Turnieren, so im 1. Boxturnier in Tunis, mit Siegen von Kirchstein und Käsebier. Beim Acht–Länder-Turnier Gryf in Szczecin belegte Andreaß den ersten Platz, in Bydgoszcz errang Berger Silber.

Zum Jahresende waren die DDR Meisterschaften im Bezirk Frankfurt und die Bestenermittlung der Senioren in Hennigsdorf ausgeschrieben. Im Finale der Meisterschaft standen (Sieger zu erst genannt- in Klammer der Trainer):

Halbfliegengew.		Geilich (Trainer Wolke)	- Pieper (Trainer Leske )
Fliegengew.		R.Marx ( Sdunek)	- Kichstein (Neef)
Bantamgew.		Behrendt (Angrick)	- Kegebein (Sdunek)
Federgew.		Fink (Wolke)		- Koch (Radowski)
Leichtgew.		Nowakowski (Sdunek)	- Käsebier(Neef)
Halbweltergew.		Krüger (Wolke)		- Friedrich (Scheffler)
Weltergew.		Schneider (Neef)	- Alms (Sdunek)
Halbmittelgew.		Rostankowski (Wolke)	- Kästner (Neef)
Mittelgew.		Andreaß (Scheffler)	- Mosinski (Pusch)
Halbschwergew.		Nebrig (Donath)		- Kobsik (Radowski)
Schwergew.		Fanghänel (Scheffler)	- Kaden (Voigtländer) 

In der Bestenermittlung der Senioren in Hennigsdorf siegten vom Halbfliegen- bis Schwergew.) Pieper-Schwedt, Matthes-Henningsdorf, Heyduck-Henningsdorf, Cierpinski- Magdeburg, Ziepke- Wismut Gera, Müller-Henningsdorf, Steinbrecher-Henningsdorf, Woge - Magdeburg, Bruhns -Magdeburg, Zimpel -Magdeburg, Schulz-Eisleben.

Zu den im Oktober gestarteten X. Studentenmeisterschaften in Halberstadt fanden sich nur 45 Aktive ein, die von Bantam- bis Schwergewicht ihre Meister ermittelten. Sieger: Rentsch, Siering, Keller, Petzold, Ruhnau, Köbel, Zellmer, Pilz.

International führte die Anerkennung der internationalen Arbeit des DVB zur Wahl von K.H.Wehr in die Exekutive der AIBA.

Im Rahmen der sportwissenschaftlichen Forschungen an der DHfK in Leipzig gab es für die Studenten in der Kampfsportausbildung übergreifende Studientexte und Arbeitshefte. Diese beinhalteten internationale Arbeiten, die nicht immer den Ansichten des Lehrkörpers der DHfK trafen, aber das schöpferische Arbeiten anregen sollte 2). Sie bildeten auch ein Grundlage für die Fortbildung der Übungsleiter. Die Trainerfortbildung orientierte sich an der internationalen Entwicklung, die sich in Turnieren zeigte.


1) vgl.: Boxring, 5/1979, S. 3
2) Studientexte: Boxen -Spezialausbildung; Vorbereitungsübungen auf spezifische Anforderungen in den Zweikampfsportarten; Technik und Taktik des Boxens
gs/o/1979.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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