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gs:o:1974

1974 - Die I. Weltmeisterschaft

Die Ausrichtung des Wettkampfplanes 1974 auf die I.Weltmeisterschaften war nicht zu übersehen. Nach den Bestenermittlungen in den Bezirken fanden bereits vom 19. bis 24. Februar die DDR Meisterschaften in Frankfurt statt. Neu war, dass sich die vier Erstplatzierten jeder Gewichtsklasse an der Bestenermittlung und alle Spitzenboxer der Clubs und von Wismut Gera an der Finalrunde zur DDR Meisterschaft beteiligten. Fünf Tage kämpften die 133 Aktiven auf einem nach internationalem Maßstab gesehenen hohem Niveau. Herausragend war die Titelverteidigung von Tiepold, der zum VII. Mal die Meistermedaille errang. Doch auch Förster, Radowskie, Beyer, Weidner und Wittenburg waren bereits Meister. Neue Namen dagegen sind Schultz, Liebing, Nowakowski, Heimann und Schulze.

Mit dem Konzept der Gestaltung des Jahresplanes Boxen ist ein Vorgriff auf die Entschließung des V. Verbandstages des DBV vorweggenommen. Neben der Gewinnung von Sportfunktionären als Betreuer oder Organisatoren war es ein Ziel, die Mitgliederzahl des Verbandes zu erhöhen. Die Gewinnung von Schülern und die regelmäßige Durchführung von Boxveranstaltungen waren Bausteine zur Ausbreitung des Boxsports. Mit 25 Teams begann der Start in die Mannschaftsmeisterschaft der Ober- und der I. und II. Liga.

Mit den Kämpfen um die Mannschaftsmeisterschaft in der Oberliga und den Start beim V. Internationalen Boxturnier um den Chemiepokal, durchzogen von abgestimmten Vorbereitungen, sollten die Teilnehmer für die Wettkämpfe der Weltmeisterschaft vorbereitet werden. Eingebettet in die Vorbereitungen waren auch die staatlichen Anerkennungen für die sportlichen Leistungen.

Für die Erfolge bei nationalen und internationalen Auftreten und der Vorbildaktion als Leistungssportler erhielten Stefan Förster den Titel: Meister des Sports und Verdienter Meister des Sports. Doch auch an Weidner, Radowski und Nickel wurde der Titel Meister des Sports verliehen.

Nach internen Überprüfungen erhielten dann einen Startplatz für die Weltmeisterschaft:

Fliegengewicht :Klaus Gertenbach, Vizemeister 1974 und Turniersieger u.a. beim Chemiepokal 
Federgewicht: Stefan Förster, DDR Meister und Chemiepokalsieger 1974
Leichtgewicht: Jochen Blachfeld , der 1973 das Turnier in Berlin und Halle gewann
Halbweltergewicht: Ulrich Beyer, DDR-Meister von 1971 bis 1974 
und Sieger beim Budapester Turnier 1974
Weltergewicht: Manfred Weidner, DDR-Meister der vergangenen Jahre, 
Vize-Europameister und Sieger bei internationalen Turnieren
Halbmittelgewicht: Peter Tiepold, sechsmaliger Meister, Bronze bei Olympia 1972, 
zwei Mal den III. Platz bei den Europameisterschaften 
und Sieger bei Turnieren, zuletzt beim Chemiepokal 1974
Mittelgewicht: Bernd Wittenburg, der DDR Meister von 1972 bis 1974
Halbschwergewicht: Ottomar Sachse, dreimaliger DDR Meister, 
Junioren Europameister, Vizeeuropameister und Sieger bei allen Chemiepokalwettkämpfen 

Aus 45 Ländern reisten die 263 Aktiven dann zur Weltmeisterschaft vom 17. bis 30 August 1974 nach Havanna an. Ein Turnier, das durch die vielen Wettkämpfe eine hohe Belastung sowohl für Aktive als auch für Trainer und Betreuer brachte. Doch auch das öffentliche Interesse ist nicht überall so wie in Kuba über die gesamte Zeit hoch zuhalten. Für die Aktiven der DDR gab es bei der I. Weltmeisterschaft der Amateure im Boxen die Bronzemedaille für Ulrich Beyer, Bernd Wittenburg und Ottmar Sachse.

Der Boxsport aber lebte von den Wettkämpfen im Lande. Trotz der steigenden Mitgliederzahlen konnte nicht verhindert werden, dass es bei den über 18-jährigen immer weniger Aktive gab. Deshalb galt es, die Jugend durch ein aktives vielseitiges Angebot in den Sportvereinen noch fester an den Boxsport zu binden. Einen festen Platz im Wettkampfkalender hatten die Meisterschaften der Kinder. Die Wettkämpfe der X. Jugendmeisterschaft in Guben zeigten eine breite Spitze in den unteren Gewichtsklassen. Die besten Jugendboxer 1974 waren: Sapper, Grant, Scheibe, Fink, Alms, Gebauer, Starke, Schulz, Lauren, Hujer, Jorwig, Reich und Kohnert.

Die Juniorenmeister des Jahres: Nipkau, Heine, David, Seidel, Krause, Petznick, Schröter, Franz, Dolge, Bauch, Bruhns und Fähling. Nach intensiven Training startete eine Auswahl bei den III. Europameisterschaften der Junioren in Kiew. Aus 18 Ländern kamen die 117 Boxer. Für die DDR gab es eine Europameistermedaille durch Dieter Jende, einen 2. und vier 3. Plätze.

Die vielen Turniere bestimmten das internationale Boxgeschehen. Dabei testeten die Verbände ihre Spitzenathleten und den Nachwuchs. Beim Honved-Turnier in Budapest mit 90 Teilnehmern aus 10 Ländern errangen Bayer und Sachse den 1. Platz. Der Goldene Gürtel von Bukarest diente zur Formüberprüfung Rumänischer Boxer. Hier mussten sich Gertenbach und Zimmermann mit dem 3. Platz begnügen. Ebenso beim Katowicer „Schwarzen Diamanten“ blieb es bei einem 2. Platz für Zornow. Keine Platzierung konnte beim Leningrader Boxturnier erreicht werden. Die Leistungen der Boxer der DDR waren noch nicht in der Breite stabil. Es gab immer noch zu große Leistungsunterschiede. Radowski kam als einziger DDR Boxer bis ins Finale bei den SKDA-Meisterschaften in Sofia. Spilski konnte sich in die Siegerliste bei der XV. Spartakiade der Sicherheitsorgane eintragen. Dagegen gab es wieder II. Plätze durch Bollow, Vogelreuter und Rieß beim Turnier in Ostrava. Damit demonstrierte der Boxsport das er internationales Niveau hatte, aber es gab noch zu große Unterschiede in den einzelnen Gewichtsklassen.


gs/o/1974.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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