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1971 - Internationale Turniere in der DDR

Zu Jahresbeginn richtete sich die Aufmerksamkeit auf die nationalen Meisterschaften, die mit den Bezirkstitelkämpfen begannen. Es gab die Mannschaftswettbewerbe und die Vergleiche der Klubs im nationalen und internationalen Rahmen. Doch auch die Wettkämpfe der Nachwuchsathleten füllen die Sportseiten. Aber allen Boxexperten war klar, dass sich der Schwerpunkt der nationalen und internationalen Boxvergleiche nicht von der Turnierform trennt, da die entscheidenden Titelkämpfe in dieser Form ausgetragen wurden. Deshalb waren die Höhepunkte des Boxsports nicht mehr allein die nationalen Titelkämpfe, sondern immer mehr die internationalen Turniere in der DDR. Die internationalen Turniere begannen mit dem II. Internationalen Messeturnier Anfang März in Leipzig, gefolgt von dem im August stattfindenden Chemiepokal in Halle zum III. TSC-Turnier in Berlin. Dazwischen lagen für einige Boxer noch Starts in Wien und in Vorbereitung auf Olympia der Start in München. Doch auch Wettkampfturniere in Szczecin, Leningrad und auf Kuba wurden mit DDR Beteiligung ausgetragen. Die Beteiligung an diesen Boxhöhepunkten war nur mit vielen guten Boxern möglich. Es tauchten in den Siegerlisten viele Namen auf, die aber nicht auf Dauer Spitzenleistungen erbringen konnten. So Siegten in Leipzig Diecke, Fambach Tiepold, Wolke und Limant.

Bei den vier Wochen später stattfindenden DDR-Meisterschaften konnten sich die „ Neuen“ Weidner, Förster und Sachse durchsetzen. Ihren Meistertitel aus dem Vorjahr bestätigten:

Blum, Fambach, Wolke und Limant. 
Hinzu kamen Weinhold, Bollow, Beyer und Urbach. 

Die guten Leistungen in der Meisterschaft durften aber nicht über die Schwächen in der Beteiligung in den einzelnen Bezirken hinwegtäuschen. So konnten nur fünf Endkämpfe in der Boxmetropole Berlin zusammengestellt werden 1), Cottbus meldete 19 Teilnehmer der Männer.

Doch international gelang es, die guten Positionen teilweise auszubauen. So konnten bei den Europameisterschaften vier Medaillen gewonnen werden: Europameister wurde U. Bayer, zweite Plätze gingen an Wolke und Sachse und ein 3. Platz an Brauske.

Eine der größten Boxveranstaltung war das Berliner TSC-Turnier. Dort siegten unter anderem Blum, Radowski und Tiepold. Aber auch die zweiten Plätze von Blachfeld (Junioren Vize- Europameister), Kaiser und Fischer waren hervorragende internationale Leistungen.

Es gab innerhalb des Boxsports viele Bemühungen, um Sportler aller Altersgruppen zu werben und eine nachwachsende Spitze zu sichern. So fallen zwei Namen bei den IV. Pioniermeisterschaften im Ferienlager Brodowin auf. Für die technisch beste Leistung wird Rudi Fink und für die taktisch beste Kampfesführung Lutz Käsebier ausgezeichnet. Obwohl es eine breite Förderung des Sports gab, konnten nicht alle Bezirke entsprechende Nachwuchsathleten einsetzen. Bereits hier deutete sich eine Spezialisierung in der Nachwuchsförderung an, die an die Sportschulen gebunden war. So stellte Dresden bei der Juniorenliga keine Mannschaft.

Der Studentenboxsport an den Universitäten und Hochschulen war bis auf wenige Ausnahmen (DHfK-Leipzig, HU Berlin, PH Potsdam) nicht mehr mit eigenen Boxabteilungen am Wettkampfgeschehen beteiligt. Dennoch breitete sich der Studentenboxsport unter der Leitung von H. Richter durch die Einbindung in den Terminkalender des Boxverbandes und die Erfassung der boxenden Studenten weiter aus.

Die internationalen Mannschaftsvergleiche des DBV gegen europäische Vertretungen (Polen und Rumänien) gingen verloren. Ein Trost blieb jedoch durch den 16 : 6 Sieg gegen eine englische Auswahl.


1) Boxring 1971/Nr. 8, S. 4f
gs/o/1971.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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