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gs:o:1968

1968 - Eigene Mannschaft für Olympia

Die Förderung des Leistungssports und die Herausbildung eines leistungsstarken Nachwuchses waren die Leitlinien für den Boxsport in diesem Jahr. Im 2. Heft des Boxring waren die besten Boxer benannt, die in zwei Gruppen eingeteilt für die Meisterschaft gesetzt waren. Gleichzeitig entstand eine Rangliste der besten Boxer für jede Gewichtsklasse 1). Damit war der Kreis der besonders zu fördernden Sportler sowohl für Olympia als auch für internationale Vergleiche fest umrissen. Denn hier stand bereits fest, dass nur die Boxer zu Olympia fahren werden, die gute Aussichten haben 2). In einem Härtetest mit drei internationalen Vergleichen im Juni , unter anderem mit dem Kampf gegen Bulgarien (8:12 im offiziellen Vergleich und 12:8 im Zweitstart) formte Verbandstrainer Lüdtke die Nationalmannschaft. Mit Tiepold, Wolke und Voigtländer standen ihm nach seiner Einschätzung Boxer internationaler Klasse zur Verfügung 3). Weitgehend bestätigte sich auch diese Einschätzung bei den nationalen Meisterschaften, die

Englmeier (ASK Berlin), Cybibnski (SC Magdeburg), John (TSC Berlin), 
Poser (HSG DHfK Leipzig), Dunkel (TSC Berlin), Rieger (TSC Berlin), 
Wolke (ASK Berlin), Dahn (ASK Berlin), Voigtländer (SC Karl-Marx-Stadt), 
Schlegel (SC Traktor Schwerin) und Anders (TSC Berlin ) 

als Sieger ermittelten. Nach weiteren intensiven Vorbereitungen nominierte der DBV für die Olympischen Spiele in Tokio acht Sportler als eigenständige Mannschaft der DDR.

Bantamgew.: Juterzenka, 
Leichtgew.: Rieger, 
Halbweltergew.: Rieger, 
Weltergew.: Wolke, 
Halbmittelgew.: Dahn, 
Mittelgew.: Voigtländer, 
Halbschwergew.: Schlegel, 
Schwergew.: B. Anders. 

25 Boxveranstaltungen über mehrere Stunden waren notwendig, um die Medaillenplätze zu ermitteln. Einen Olympiasieg erreichte Manfred Wolke mit hervorragenden Leistungen in allen Kämpfen.

Nicht immer waren die Trainer und Aktiven einverstanden mit den Leistungen der Kampf- und Punktrichter. So schrieb der Verbandstrainer im Boxring , dass wir „durch zwei nicht akzeptable Urteile um zwei weitere Medaillen gebracht wurden“4). Solche unterschiedlichen Urteile wird es immer geben, solange es verschiedene Auffassungen zum Boxsport und unterschiedlich ausgebildete Kampfrichter gibt.

Für Boxer, die noch nicht zur absoluten Spitze gehörten, waren die internationalen Turniere der Gradmesser für die erreichten Leistungen. Beim Rumänischen Turnier in Constanta standen Seyfert, Hell und Schlegel im Finale. Auch sie gehörten zu jenen, die dem Nachwuchs als sportliches Vorbild dienten. Denn dem Nachwuchs in einer Leistungspyramide galt die besondere Aufmerksamkeit.

Im Heft 1 des Boxring begann die Diskussion um das Schülerboxen. Dabei wurde hervorgehoben, dass der Boxsport das Ziel anstrebt, getroffen werden zu vermeiden, die Ausbildung sich deshalb verstärkt mit der Technik und Taktik des Boxens beschäftigen muss. Die große Leistungsschau der Boxer der kommenden Jahre war die II.Kinder- und Jugendspartakiade, ausgetragen in der Eissporthalle in Berlin. Konnten die Schüler und die Juniorenboxer in den 289 Kämpfen eine bessere technische Ausbildung demonstrieren, waren die Boxer der Jugendklassen noch zu sehr auf Kampfhärte eingestellt. Viele Namen der Meisterschaftskandidaten finden wir in den Kampflisten der Ligen späterer Jahre wieder. So unter anderem5):

Konieczny, Urban, Förster, Vialon und Jentsch aus Karl-Marx-Stadt, 
Hoffmann aus Babelsberg oder Sobottka und Weidner von der KJS. 

Da auch die Boxer der Nationalmannschaft für Siegerehrungen und Gespräche bei der Spartakiade bereitstanden, war das nicht nur eine Verbindung zu den Vorbildern, sondern auch eine emotionale Verbindung zum Leistungssport.


1) vgl. Boxring 2/1968, S. 7
2) Boxring 9/1968, S.2
3) Boxring 6/1968, S. 3
4) Boxring 22/1968, S. 6
5) vgl. Boxring 14/1968, S. 6ff
gs/o/1968.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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