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gs:o:1967

1967- Schwerpunkt Jugendförderung

Ein Jahr vor Olympia und vier Wochen vor den Europameisterschaften fanden die Meisterschaften des DBV statt, wo es eine Bewertung der Aktiven nach der technischen Vielseitigkeit, dem taktisch offensiven Kampfverhalten, der physischen und psychischen Voraussetzungen gab. Selbst nicht alle Meister konnten den Anforderungen gerecht werden 1). Dennoch waren sie die 1. Wahl für die bevorstehenden Europatitelkämpfe. Dazu zählten vom Fliegen bis Schwergewicht:

Blum, Cybinski, Juterzenka, Poser, Dunkel, Tiepold, Wolke, 
Voigtländer, Wensierski, Brauske und B. Anders.

Gleichzeitig erfolgten Analysen, die die Arbeit der Sportclubs und die der Bezirke eingeschätzte. Als erfolgreichste Sportclubs im Boxsport firmierten die drei Berliner Clubs SC Dynamo, TSC Berlin und ASK Vorwärts vor Traktor Schwerin. In den Wertungen der Bezirke rangierte Berlin vor Leipzig. In der Anzahl der zum Leistungssport an Clubs delegierten Sportler führte Berlin vor Potsdam.

Nach internen Leistungsüberprüfungen und den Länderkämpfen qualifizierten sich für die Europameisterschaften : Cybinski, Ketelhut, Dunkel, Tiepold, Wolke, Voigtländer, Wensierski, Brauske und Schlegel. Von diesen neun gestarteten Wettkämpfern schieden alle nur gegen Platzierte der Europameisterschaft aus, aber das Erkämpfen einer Silber- und von drei Bronzemedaillen bedeuteten einen Erfolg. Jedoch sahen die Trainer die Athleten Wolke und Schlegel um eine bessere Platzierung gebracht 2).

Pfingsten 1967 waren die Meisterschaften für die Jugend und Junioren im Bezirk Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) angesetzt. Hier zeigte sich, dass ein Erfolg bis an die Spitze schon eine drei bis vier jährige Trainingstätigkeit erforderte. Das betraf auch die Deutschen Jugendmeister 1967 mit :

Langer (sein Gegner Theuerkauf hatte Übergewicht, gewann den Kampf, 
aber konnte nicht Meister werden), Weidner, Heine, Schellhorn, 
Dischmann, Urban, Barth, Minkenberg, Neuhäuser, Steffens, Glanz, 
Sachse und Findeisen.

Den Titel einen Juniorenmeisters erkämpften sich:

Piesold, Konieczny, Jentzsch, Heidelberg, Försterling, Werner, 
Donath, Schmidt, Thurau, Schulze und Weniger.

Der Schülernachwuchs startete bei den Bezirksspartakiaden um begehrte Urkunden und Medaillen. Die Anzahl der Starter in den einzelnen Bezirken war sehr unterschiedlich. So traten im Juli 111 Schüler von 10 bis 14 Jahren in den Berliner Boxring. 50 Kämpfe waren für die Ermittlung der Sieger in Erfurt notwendig. 70 Kämpfe gab es in Halle, aber nur 21 in Gera. Trotz vieler Erfolge blieb die Entwicklung in den Bezirken auch in der folgenden Zeit unterschiedlich.

Die 350 besten Boxer in den Altersgruppen 10-12 und 12-14Jahre trafen am Scharmützelsee bei Bad Saarow zur I. Deutschen Schülermeisterschaft aufeinander. Hier lernten sich die befähigten jungen Boxer bei Sport und Erholung kennen.

Die Sportvereinigung Dynamo veranstaltete eigene Bestenermittlungen für den Nachwuchs. Über 130 Kämpfe mussten ausgetragen werden bis die Sieger in Oranienburg ermittelt werden konnten. Im DBV setzte eine Diskussion ein, die von Dr. Fiedler (Leipzig) initiiert war und sich mit der modernen Boxauffassung in der UdSSR auseinandersetzte. Der Boxsport genießt dort eine hohe gesellschaftliche Anerkennung. Viele betreiben den Boxsport, Wissenschaftler äußern sich positiv und Mediziner suchen nach Wegen zur Erhöhung des technischen Niveaus, sprechen sich aber nicht gegen den Boxsport aus, wie teilweise in der DDR und in der BRD. Besonders wird aber vermerkt, dass in der sowjetischen Staffel von 1965 sechs Ingenieure integriert waren und so ein hohes Intelligenzniveau verkörperten. Auch die Vielzahl der Boxschulen und die auf Altersgruppen spezialisierten Trainingsprogramme sind beispielhaft.

Im internationalen Rahmen starteten die Aktiven der DDR vorwiegend in Ländern Osteuropas, da für die Starts in NATO-Ländern die politischen Rahmenbedingen fehlten. Bei den SKDA-Turnier in Bukarest siegte Halbschwergewichtler Hell. Den II. Platz belegte Schwergewichtler Schuster. Drei mal den I. Platz konnten John, Voigtländer und Brauske beim Turnier in Constanta erreichen, durch 2. Plätze von Tiepold und Anders noch ergänzt. Der internationale Wettkampfabschluss brachte für den DBV Licht und Schatten. Auf der einen Seite konnte Wolke das Turnier in Mexiko gewinnen. Auf der anderen Seite war die Erfolgsserie der Nationalmannschaft -13 Siege und 4 Unentschieden- durch die 2:18 Niederlage gegen Polen gerissen. Wenn auch einige der Leistungsträger nicht die normale Leistungsbereitschaft erreichten, durfte ein solcher Einbruch nicht eintreten.

Den Jahresabschluss bildete das vier-tägige Turnier in Moskau, in den der DBV mit John (Bantamgew.), Rieger (Halbweltergew.), Trodler (Mittelgew.) und Anders (Schwergew.) vertreten war. In diesem Turnier errang Rieger den 1. Platz, aber die anderen Boxsportler mussten gegen die späteren Turniersieger Niederlagen hinnehmen. In der Umfrage des Sportecho entstand eine Rangliste für 1967, in der Wolke, Tiepold und Anders bei allen unangefochten auf dem Spitzenplatz landeten.


1) Vgl.: Boxring8/1967, S. 2F
2) Boxring Nr. 13/1967, S. 2
gs/o/1967.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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