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gs:o:1962

1962 - Boxen ein Volkssport?

Die Entwicklung des Boxsports verlief trotz der Förderung durch die staatlichen Stellen nicht gradlinig. Galt doch immer noch als Hauptziel der Verbandsstrategie, den Boxsport als Volkssport weiter auszubreiten. Dieses Ziel war, wie in den vorangegangenen Jahren, besonders über die Gewinnung von Kindern und Jugendlichen für den Boxsport zu realisieren. Der Boxunterricht begann an den Schulen. Bereits 1961 waren in den Bezirken die ersten umfangreichen Fortbildungen für die Sportlehrer auf freiwilliger Basis angelaufen. Für eine breite Umsetzung fehlte noch die materielle Basis. Besondere Beispiele für die Einführung im Sportunterricht wurden in der Presse veröffentlicht 1). Um die Werbung für den außerunterrichtlichen Sport zu verbessern, waren die Boxsektionen aufgefordert, den Unterricht zu unterstützen. Dazu sollte der Wettbewerb zwischen den Sektionen zur Mitgliedergewinnung und zur Verbesserung der materiellen Basis als ein Baustein zur größeren Ausstrahlung des Boxsports beitragen.

Die Meisterschaften der DDR brachten ein bisher nicht erreichtes Teilnehmerfeld und ausgezeichnete Leistungen. Den DDR-Meistertitel errangen:

Fielitz, Reinke, Schulz, Heyse, Busse, Guse, Wensirski, Posorski, Witkowski und Lehmann. 

Doch der Sieg in der Meisterschaft bedeutete noch nicht, einen festen Platz in der Nationalmannschaft zu erhalten. Erst ein Turnier der Asse war der Prüfstein. Das Finale der Juniorenmeisterschaften fand vor 600 Zuschauern in Jüterbog statt. Es siegten: Sauerzweig, Gronau, Ralf Müller, Czapla, Hirsch, Stoletzky, Voigtländer, Mönnich, Tauber und Bröcker im Schwergewicht.

Innerhalb des Verbandes gab es Veränderungen. Ein neuer Verbandstrainer nimmt die Arbeit auf. Es ist Erich Sonnenberg. Durch neue Wettkampfbestimmungen wird eine verbesserte gesundheitliche Betreuung gesichert. Die Aktiven müssen sich halbjährlich oder nach zehn Kämpfen dem Arzt vorstellen.

Aber auch die Wettkämpfe für Boxer, die nicht zur absoluten Spitze gehörten, werden weiter gefördert. So veranstaltet die Sportvereinigung Lokomotive ihre Meisterschaften vom 21. – 24. Juni in Görlitz. Die Bereitschaftspolizei trug ihre Meisterschaften in Dresden aus. In diesem Turnier teilten sich der Potsdamer Trainer Neef und der Trainer von Dynamo Dresden, Gutschmidt die Titel. Publiziert wurden auch die Kämpfe der Schüler in Lauchhammer und Halle. Den FDJ-Pokal gewinnt Berlin vor Leipzig und Halle.

Wie widersprüchlich die Entwicklung im Boxsport war, zeigte sich in der Mannschaftsmeisterschaft. Denn diese fand wegen mangelnder Beteiligung nicht statt 2).

In diesem Boxjahr gab es die längste bekannte 3-Minuten-Runde. Im Wettkampf von Chemie Agfa Wolfen gegen SC Chemie Halle kämpften Heinsch gegen Meister Heise über vier Minuten und 52 Sekunden. Die Uhr des Kampfgerichts war stehen geblieben. Zum Glück gab es aufmerksame Punktrichter.


1) Boxring 1962,Nr.26, S.5
2) Boxring1962, Nr.26, S. 11
gs/o/1962.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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