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gs:o:1953

1953 – Verbindung von Betrieb und Sport

Der Jahresablauf im Boxsport war auf die internationalen Aufgaben, die Beteiligung an den Europameisterschaften in Warschau ausgerichtet. Da das aber nur einen kleinen Kreis der Aktiven betraf, blieben die anderen Veranstaltungen wie in den Vorjahren fest im Veranstaltungskalender des Boxverbandes haften. Da die Sieger der DDR- Meisterschaften die Fahrkarten für die internationalen Aufgaben erhielten, musste dieser Wettkampf zeitig im Boxjahreskalender liegen. Deshalb fanden die Einzelmeisterschaften bereits vom 1.03. und 2.03. vor 9 000 Zuschauern in Berlin statt. Im Finale (Sieger zuerst genannt) standen sich gegenüber:

Fliegengew.		Blockesch,	Berlin 		-	Mieleck,	Köthen
Bantamgew.		Birke,		Calbe		-	Schmieder,	Freiberg
Federgew.		Pörtner,	Berlin		-	Schröter,	Halle
Leichtgew.		Debert,	        Berlin		-	Gutschmidt, 	Brandenburg
Halbweltergew.	        Müller,	        Halle		-	Langpohl,	Berlin
Weltergew.		Geserich,	Berlin		-	Sarkander,	Magdeburg
Halbmittegew.l	        Hebecker,	Berlin		-	Reinhold,	DHfK Leipzig
Mittelgew.		Götz,		Mühlberg	-	Kleine,		Magdeburg
Halbschwergew.	        Nitzschke,	Halle		-	Robak,		Cottbus
Schwergew.		Pingel,		Berlin		-	Schaper,	Stendal 

Am 10. Mai 1953 wurden in Schönebeck die Juniorenbesten des Jahres 1953 ermittelt.

Papier A:		Nowosielsky,		Halle
Papier B:		Weidner,		Magdeburg
Papier C:		Kühn,			Schönebeck
Papier D:		kein Titel vergeben
Papier E:		kein Titel vergeben
Fliege:			Waga,			Stendal
Bantam:		        Heise,			Schönebeck
Feder:			Zentner,		Erfurt	
Leicht:			Liwowski,		Magdeburg
Welter:		        Strauss,		Berlin
Mittel A :		Kottke,		        Berlin
Mittel B:		Thomsen,		Schönebeck
Halbschwer A:	        Banick,		        Schönebeck
Halbschwer B:	        Volz,			Berlin
Schwer:		        Kolenda,		Berlin

Ab Herbst 1953 folgten die Bestenermittlungen der Sportvereinigungen. Die SV Wismut begann mit den Wettkämpfen im Kulturhaus Franz Mehring in Zwickau. Die Meisterschaften erfassten Junioren und Senioren. Jedoch konnten in der Seniorenklasse wegen zu geringer Beteiligung nur fünf Meister ermittelt werden. Es siegten: Bantam: Martin (Gera) , Feder: Geißler (Oelsnitz), Leicht: Christer (Zwickau), Welter: Hadrich ( Johanngeorgenstadt ), Halbmittel: Kaufmann (Zwickau), Mittel: Meier (Oelsnitz) Die Meisterschaften der SV Post der Bereiche Berlin, Potsdam, Zittau und Bautzen wurden zusammengelegt. Trotzdem konnten in der Seniorenklasse nur sechs Gewichtsklassen besetzt werden. Die Finalpaarungen lauteten :

Fliegengew.: 		Kother, Zittau 	        - 	Gornik, Bautzen 
Federgew.:		Heffter, Zittau 	- 	Archut, Berlin
Leichtgew.:		Faltenhagen, Zittau 	-	Kuzinski, Bautzen 
Halbmittel.:		Hiecke, Weiden 	        -	Rothe, Bautzen 
Mittelgew.:		Hoffmann, Berlin 	-	Wodke, Zittau 
Halbschwergew..:	Venzke, Zittau 	        -	Raasch, Potsdam 

Die Bestenermittlung mit den stärksten Boxern war jene der SV Empor mit 34 Teilnehmern in Eisenach. Die Meister vom Bantam- bis Schwergewicht waren: Bretzke (Berlin), Sahm (Berlin), Nobis (Leipzig ), Debert (Berlin), Müller (Stendal), Geserick (Berlin) – Mittel nicht besetzt- Apel (Berlin ), Preuß (Berlin ) aber ohne Gegner.

Vielseitige sportliche Aktivitäten - eingepasst in das politische Konzept - wurden vorangetrieben. Die Wahlen in den Sportvereinigungen sollten den Rechenschaftsbericht und die Aufgabenstellungen für die kommenden Jahre beinhalten. Die Schwerpunkte lagen auf der Verbesserung der politisch- moralischen Erziehung der Boxsportler. Denn immer noch schwebte die Vorstellung im Raum, den Boxsport zu einem Massensport zu entwickeln. Nur auf einer breiten Grundlage war eine schnelle Steigerung der sportlichen Leistungen zu erreichen. Ziel war es, besser zu sein als die Sportler der Bundesrepublik und auch den Anschluss an das internationale Niveau zu erreichen.

Nach einem Sieg der Staffel der HSG Humboldt–Uni Berlin gegen die Neukölner Sportfreunde war im Boxring vom 21.12.53 1) bereits zu lesen, dass der DDR Boxsport bereits das Niveau der westdeutschen Amateure erreicht hat. Ein Wunsch, aber mehr noch nicht, denn die neuen Sportgemeinschaften waren noch nicht auf eine sportliche Höchstleistung der besten Aktiven genügend vorbereitet. Komplette Staffeln gab es bei Dynamo Berlin, Empor-Nord Berlin, Wissenschaft Berlin, Motor Ost Halle, Vorwärts Schwerin. Viele andere Staffeln „liehen“ sich Boxsportler für Vergleiche aus. Verstärkung hieß dieser lange andauernde Prozess, der dann zu „Kampfgemeinschaften“ führte, um ausreichend leistungsstarke Boxer einsetzen zu können.

In den großen Betrieben waren die gewerkschaftlichen Sportorganisationen die Träger. Mit der Festlegung in den Betriebskollektivvertrag erhielt der Sport eine feste materielle Basis, denn 12 bis 18 Prozent des Direktorenfonds standen dem Sport zu Verfügung.

Viel Arbeit machten sich die verantwortlichen Funktionäre mit der Beurteilung des Boxens für Kinder unter 14 Jahren. Noch war es verboten. Vergleiche mit anderen Ländern, mit anderen Sportarten und auch wissenschaftliche Untersuchungen sollten helfen, eine richtige Begründung für oder gegen das Kinderboxen zu finden 2).

Das Verhältnis zwischen den beiden deutschen Boxverbänden war angespannt und wurde durch Nichtbeachtung der Interessen des Ostens geprägt 3). Festgestellt werden kann ebenso eine weitere Entfernung vom Berufsboxsport sowohl im Umfang der Berichte als auch in der sportlich–politischen Wertung.


1) S. 7
2) Boxsport, 1/53, S. 10
3) Boxsport, 3/53, S. 5
gs/o/1953.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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