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gs:o:1949

1949 - Der Neubeginn

Der Organisator des Sports war nur der Sportausschuss

Das Jahr brachte für den Boxsport die erste Leistungsschau des sportlichen Könnens. Nachdem viele Mannschaften in Einzelkämpfen ihre gewachsene Leistungsfähigkeit vorgestellt hatten, erfolgte ein erster Ländervergleich. Am 27. März begann in Leipzig ein Mannschaftsländerkampf (ohne Thüringen und Berlin ). 32 Aktive aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg und Brandenburg kämpften gegeneinander. Vierzehn Tage später fanden die ersten Bestenermittlungen der Ost-Zonenboxer statt (Zum Begriff Meisterschaft konnte man sich aus sportpolitischen Gründen noch nicht durchringen).

Klaus Gartenschläger - Sieger in einer der vielen Meisterschaften

Am 10. April begannen im Berliner Friedrich-Stadt-Palast die Bestenermittlungen der Boxer der sowjetischen Besatzungszone. Die Ergebnisse lauteten (Sieger zuerst genannt ):

Fliegengew:	Knoepel,Weißenfels 	-	Michalski, Riesa
Bantangew.	Czerwinski, Dresden	-	Brien, Schwerin
Federgew.	Gath, Halle		-	Blum, Wittenberge
Leichtgew.	Birka, Schwerin	        -	Wenglarz, Brandenburg
Weltergew.	Skade, Görlitz		-	Kahrmann, Riebnitz
Mittelgew.	Köster,Halle		-	Porep,–Wittenberge
Halbschwergew.	Czeska,Schwerin	        -	Theilicke, Chemnitz
Schwergew.	Baase,Templin	        -	Remmlinger,Halle

(Berlin und Thüringen stellten bei dieser Bestenermittlung Teilnehmer, die nicht durch Ausscheidungen ermittelt wurden )

Gute Boxer wurden im Rahmen des III. Parlaments der FDJ zum Sportfest nach Leipzig eingeladen. Während die Sportwettkämpfe stattfanden, forderten die Vertreter der FDJ eine verstärkte Förderung des Sports, insbesondere den Ausbau der Betriebssportgemeinschaften.

Den politischen Willen zum Aufbau des Sports folgten organisatorische und inhaltliche Präzisierungen. Um die Sportergebnisse des Boxens und neue Gedanken der politischen Organisation des Sports zu verbreiten, entstand der Illustrierte Boxring – eine illustrierte Fachzeitung, herausgegeben ab März 1949.

Eine eigene Wettkampfbestimmung und Sportordnung unterstützte den fachgerechten Aufbau des Boxsports. Einiges in diesen Bestimmungen lehnte sich an alte sportliche Erfahrungen an. Unter anderem:

  • für gute Boxer waren Sechs- Rundenkämpfe zu je 2 Minuten möglich
  • ein Härtetreffer erbrachte zusätzliche Punkte ( nicht bei Jugend- und Juniorenkämpfen )

In der Altersklasseneinteilung, den Gewichtsklassen, der medizinischen Betreuung und allgemeinen Bestimmungen orientierten sich die neuen fachspezifischen Vorschriften am internationalen Maßstab. Der Studentenboxsport, in Deutschland seit Mitte der zwanziger Jahre bekannt, wurde wieder belebt. Die Hochschulsportgemeinschaft der Universität Jena hatte im Juni zu einem Vergleichskampf Studenten aus Leipzig, Berlin, Halle und Weimar eingeladen.

Auf Grund des Einsatzes der Sowjetischen Sportler erhielten auch die Sportler der DDR Einladungen zu den Weltfestspielen der Jugend im August 1949 in Budapest. Czerwinski, Czeska, Henatsch und Scherler waren die ersten ostdeutschen Boxer, die im internationalen Wettkampf der Weltjugend auftreten durften.

Nachdem alle Länder Ostdeutschlands und Berlins ihre Meister ermittelt hatten, waren die Voraussetzungen gegeben, um die I. Meisterschaft der gerade gegründeten DDR durchzuführen. Am 21.Oktober 1949 begannen die drei Tage umfassenden Meisterschaftswettkämpfe im Boxen. Die ersten DDR-Meistertitel errangen:

Fliegengewicht		 	Horst Fiedler, Görlitz
Bantamgewicht		         Günter Czerwinski, Dresden
Federgewicht			 Herbert Scheeler, Sonneberg 
Leichtgewicht			 Joachim Heinrich, Querfurt
Weltergewicht			 Willi Kriese, Wittenberge
Mittelgewicht			 Heinz Henatsch,Berlin
Halbschwergewicht		 Hans Robak,Cottbus
Schwergewicht		         Hans Scheerbaum , Naumburg

gs/o/1949.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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