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gs:a:1944

1944 – Meisterschaftsteilnehmer - 16 bis 40 Jahre alt

Das Jahr 1944 war für den Boxsport ein Meilenstein, denn zum 25. Male fanden Deutsche Boxmeisterschaften statt. In der Zeit vom 18.04. bis zum 23. 04.1944 wurden in Görlitz und Breslau die Wettkämpfe ausgetragen. Wie in den vorausgegangen Jahren konnten nur jene zum Kampf antreten, die das Glück hatten, für den Boxsport erreichbar und für den Kriegsdienst entbehrlich zu sein. Nach zwei Tagen mit Vorrundenkämpfen in Görlitz startet die Zwischen- und Endrunde in Breslau. In einigen Gewichtsklassen waren Kämpfer angetreten, die bei einer Meisterschaft unter normalen Bedingungen noch nicht an den Start durften. So startete im Leichtgewicht der erst 16 Jahre alte Mitter aus der Steiermark, der von seinen 26 Kämpfen 18 gewonnen hatte, aber bereits in der Vorrunde ausscheiden musste. Doch auch Männer im Alter von 40 Jahren traten an. So startete auch der Sportler Ernst Krämer im Fliegengewicht, der am 09.01.1904 geborene, in der Meisterschaftsrunde. Unter diesen Bedingungen war es nicht ungewöhnlich, wenn die Kämpfer das Ende der dritten Runde nicht erreichten.

Im Finale in Breslau standen sich gegenüber (Die späteren Sieger und Meister 1944 zuerst genannt): Im Fliegengewicht : H.Goetzke gegen Tietzsch. Im Bantamgewicht: Strahl gegen Grzywotz Der Federgewichtskampf wurde bestritten von Kirsche gegen Westhoff In der Leichtgewichtsbegegnung traf Heese auf Nürnberg. Vier Mal musste Heese in der 3. Runde zu Boden, hatte aber in den beiden ersten Runden soviel Punkte gesammelt, dass es noch zum Meistertitel reichte. Die Weltergewichtsbegegnung bestritten Schneider und Raeschke. Pepper gegen Riemann war die Finalpaarung im Mittelgewicht. Im Halbschwergewicht kämpften um den Meistertitel K. Schmidt gegen Römer. Im Schwergewicht traf der junge Hein ten Hoff auf Runge, den Olympiasieger von 1936.

Auch der 3. Platz wurde oder sollte bei diesen Meisterschaften ausgekämpft werden. Doch wegen Verletzung oder anderer Gründe fanden die Wettkämpfe nur in zwei Gewichtsklassen statt. Im Fliegengewicht kämpften Verschütz und Krämer. Hier wurde Verschütz Sieger. Palussek gegen Grabartz war der zweite Wettkampf, der im Bantamgewicht stattfand. Hier siegte Palussek.

Mit einer kräftigen Gemüsesuppe beim Empfang durch den Gauleiter wurden die Meisterschaften beendet. Viele der Sportler (24 von den 32 Teilnehmern waren Soldaten) fuhren danach direkt wieder zu ihren Truppenteilen, denn sie hatten einen Teil ihres Fronturlaubs für die Meisterschaftsteilnahme genutzt, ohne ihre Angehörigen und Freunde zu sehen.

Neben den Meisterschaften der Altersklasse (Männer ) und den der Hitlerjugend (HJ-Mitglied blieb man bis zum 19. Lebensjahr, so traten dann einige schon in Uniform an) gab es in Prag noch lokale Wettkämpfe. Einige „Gemischte Veranstaltungen“, gemeint sind Veranstaltungen, in denen Berufsboxer und Amateure gemeinsam auftraten, folgten. Sie waren auch für Berlin geplant. Nicht die Wettkämpfe der Amateure bestimmten im Jahresverlauf 1944 das Geschehen, sondern Veranstaltungen, die besonders der Truppenbetreuung dienten. Dabei ist aus den Berichten nicht mehr zu entnehmen, wann sie stattgefunden haben. Der Boxsport wurde, obwohl er die Protektion der führenden politischen Kräfte genoss, mit jedem Kriegsmonat mehr eingeschränkt.


gs/a/1944.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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