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gs:a:1943

1943 – Boxen unter harten Kriegsbedingungen

Der Krieg hatte bereits im vergangenen Jahr seine Spuren hinterlassen, die sich in weniger Wettkämpfen, dem Fehlen von Sportlern, die im Kriegseinsatz waren und der stärkeren Einbeziehung von Jugendlichen ausdrückte. Die gesamte eingeschränkte materielle Basis, vom fehlenden Turnschuh über schwer zu beschaffende Sportgeräte bis zu fehlenden Übungsstätten, war Normalität. Die Situation verschärfte sich 1943 weiter. Mit der Proklamation des Totalen Krieges wurde alles der Kriegsführung untergeordnet, also auch der Sport.

Unter diesen Rahmenbedingungen starteten 1943 die nationalen Boxmeisterschaften. Die Ausschreibungen unterschieden sich von denen der vergangenen Jahre erheblich. Die Gaue sollten die Besten… bis zum 14. Februar 1943 ermittelt haben. Die Orte für die Meisterschaft standen noch nicht fest. Diese sollte nach Möglichkeit in der zweiten Märzwoche ausgetragen werden. Es war eine Vorrunde auszutragen, an der nur 128 Boxer teilnehmen. Die Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft wählte das Fachamt aus 1).

Bei der Durchführung der Gau-Meisterschaften gab es viele Entscheidungen am Schreibtisch. Teilweise wurden Gaumeister nach der „Papierform“ für die Meisterschaft nominiert, Gewichtsklassen nicht besetzt. Soldaten starteten in der Mannschaft, in der ihr Standort, nicht aber ihr Verein zu Hause war.2)

Selbst die Boxsportzeitung erschien ab April 1943 nur noch einmal in Vierteljahr.

Die Deutschen Meisterschaften begannen am 02.Juni 1943 in Heidelberg und wurden ab dem 05.Juni in Kassel weitergeführt. In den Gewichtsklassen gab es unterschiedliche Teilnehmerzahlen. Im Fliegen-, Bantam – und Schwergewicht sind die wenigsten Starter registriert, das Weltergewicht ist am stärksten besetzt. Den Meistertitel konnten erringen:

Obermaier, Götzke, Schöneberger, Herchenbach, Imbsweiler, Pepper, Runge. 
(Im Leichtgewicht wurde kein Titel vergeben ).

Bereits vor der Deutschen Meisterschaft der Männer fanden vom 07. bis 10. April die Deutsche Jugendmeisterschaft in Stuttgart statt. In den Finalkämpfen standen sich gegenüber :

Fliegengew.:		Grabartz (Kurhessen) 		– 	Thiem (Niederschlessien) 
Bantamgew. :		Grotzki (Kurhessen) 		– 	Pancek (Hamburg)
Federgew.:		Walther (Mittelelbe) 		– 	Pinsdorf (Köln-Aachen) 
Leichtgew.:		Letz (Hamburg) 		 	-	Gottschalk (Ostpreußen) 
Weltergew.:		Jazert (Hamburg) 		– 	Schmidt (Berlin) 
Mittelgew. A :	Schmitz (Moselland) 		-	Walcher ( Hochland) 
Mittelgew. B :	Claus (Mittelelbe) 	 	–	Betz (Hessen-Nassau)
Halbschwergew. A:	Kessler (Moselland)	 	–	Höchtel (Bayreuth) 
Halbschwergew. B : 	Bettendorf (Hessen-N.)		–	Symanski (Hamburg) 
Schwergew.:		Neuhaus (Westfalen)		–	Steinmetz (Nordsee) 
(Sieger zuerst genannt )

Im Verlauf des Jahres 1943 war der Boxsport, bedingt durch die Kriegslage, immer weiter eingeschränkt worden. Die Vereine waren teilweise trotz der Zusammenlegungen und der Bildung von Trainings- und Kampfgemeinschaften nicht in der Lage, Wettkämpfe aus eigener Kraft zu bestreiten. Deshalb organisierte das Reichsfachamt für Berlin Wettkämpfe, so unter anderem am 18. September auf der Bühne des Reichssportfeldes.

Die gut bekannten Namen wie Runge, Heese und Dietrich, die bereits in Berlin für Zuschauerandrang gesorgt hatten, füllten auch am 27. Oktober in Nürnberg das Haus.

Im Kölner Eisstadion fanden sich im November über 7000 Zuschauer zu einer angekündigten Großveranstaltung ein. Wenn auch nicht alle angekündigten Boxer antraten, so zeigte sich doch, dass der Boxsport viele Zuschauer anzog.


1) vgl.: Boxsport 1943, Nr. 1, S. 7
2) Vgl.: Boxsport 1943, Nr. 4, S. 11
gs/a/1943.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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