Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


gs:a:1938

1938 - Gefestigter Boxverband

Das neue Boxjahr brachte neben dem Bewährten auch aus dem politischen Leben geborene Aktivitäten hervor. Das Übereinstimmen der territorialen Organisationsform der NSDAP und der Spitzenorganisationen festigte den ideologischen Einfluss. Die einheitliche Grundschule im Boxsport, verbunden mit der Pflicht zur Weiterbildung von Sportlehrkräften, neue Wettkampf- und Jugendbestimmungen waren sichtbare Veränderungen. Konrad Stein legte hier mit „Boxen der Jugend“ 1) ein Büchlein vor, dass die Einheitlichkeit der Ausbildung anstrebte.

Ausschlaggebend aber waren die Vereinbarung mit der Hitlerjugend, die Boxen zum Sport der männlichen Jugend bestimmte. Das galt teilweise auch für Studenten. Bereits zu Beginn des Jahres (22./23. Januar)begannen die Studenten mit den Meisterschaften in Greifswald. Vom Feder- bis Schwergewicht waren in 2 Tagen 4 Kämpfe zu absolvieren. Es siegten2):

Federgewicht: 	-	7 Bewerber : List (Köln)
Leichtgewicht:	- 	7 Bewerber: Krausch ( Gießen)
Weltergewicht:	-	12 Bewerber: Freund (Dortmund)
Mittelgewicht: 	-	14 Bewerber: Hall (Frankfurt/Oder)
Halbschwergewicht:	- 	14 Bewerber: Abke (HTL Nienburg)
Schwergewicht: 	-	3 Bewerber: Hillbrecht (Uni Königsberg )

Zuvor hatten bereits Studentenboxer im Rahmen der Weltausstellung in Paris mit drei Siegen (Krüger, Leppek, Adam) gezeigt, wie verbreitet das Boxen in Deutschland war.

Der Boxsport erreichte eine weitere Stabilisierung. Das zeigen auf der einen Seite die aktiven Kämpfer, die sich für Meisterschaften melden und auf der anderen Seite auch die Zuschauerzahlen. Bei den Brandenburger Titelkämpfen beteiligten sich 145 Kämpfer aus Berlin und 40 aus der Mark. Die Zuschauerzahlen stiegen. Nach den Kämpfen in den Gauen wurde die Liste für die Teilnehmer an den Deutschen Meisterschaften durch Fachamt und Gauwarte zusammengestellt. Wie groß die Breite in der Spitze war, zeigte sich bereits beim Vergleich der Teilnehmer von 1937 und 1938.

Von den 16 Finalteilnehmern im Federgewicht 1937 waren ein Jahr später noch fünf bei den Endkämpfen vertreten. Was hatte sich verändert? Der Gau Ostmark war hinzugekommen. Alle 16 Gaue stellten für die Meisterschaft im April in Frankfurt /Main komplette Mannschaften. Das Boxniveau war gestiegen. Die Leistungen der Meisterschaftsteilnehmer hatten sich angeglichen. Den Titel erkämpften (ab Fliegengewicht):

Kaiser (Gladbeck), Wilke (Hannover), Schöneberger (Frankfurt), Heese (Düsseldorf),
Murach (Gelsenkirchen), Baumgarten (Hamburg), Koppers (Eschwege) und Runge(Wuppertal).

Es gab Meisterschaften im Boxen in vielen Bereichen. Die Titelkämpfe der Wehrmacht ( Marine, Luftwaffe hatten eigene Wettkämpfe) begannen mit 64 Teilnehmern. Im Finale in Düsseldorf standen sich dann die vier Leistungsstärksten in jeder Gewichtsklasse gegenüber.

Es siegten:

Krüger, Limbach, Heß, Hackbarth, Miestschke, Radlewski, Hornemann, Gruppe.

Auf dem Berliner Reichssportfeld ermittelte die SA ihre Besten. Es beteiligten sich 152 Wettkämpfer (Boxsport 929/1938, S. 17).

Für den 09. und 10. September 1938 waren – aus Anlass des NSDAP-Parteitages - die Angehörigen einer NS-Formation für Wettkämpfe in den Nürnberger Saalbau Kolosseum eingeladen. Die meisten Vertreter stellte die SA, die mit ihren Reichssiegern antrat.

Fliege: Winskowski, Bantam:Schiller, Leicht: Schulze, Mittel: Garmeister

Der Reichsarbeitsdienst stellte ebenso wie die Polizei sieben, die SS drei und die Ordensburg fünf Teilnehmer (Boxsport 935/1938. S. 13F ). Die Ordensburg Krössinsee hatte bereits im Mai ihre Burgmeisterschaften ausgetragen und stellte so ihre Besten vor 3).

Neu war auch die Gau-Mannschaftsmeisterschaft. Anders als die Pokalkämpfe des DRfAB, dürfen die Mannschaftsteilnehmer nur in zwei Positionen ausgewechselt werden, wenn der Arzt „Kampfunfähigkeit“ feststellt. Diese Meisterschaft umfasste den Zeitraum vom 26.07. – 30.07.1938. Dieser enge Zeitraum war bewusst gewählt, um die Turnierfestigkeit der Kämpfer zu testen und zu schulen. Den Sieger stellte Brandenburg.

Brandenburgs Boxer, die sich in Breslau den Titel eines „Deutschen Gau-Mannschaftsmeisters“ eroberten. Von links: Tietzsch, Schiller, Graaf, Kriese, Nürnberg, Campe, Koller, Mietzner.

1) Weidmannsche Verlagsbuchhandlung , Berlin 1938
2) Boxsport 905/1938, S. 20
3) Boxsport 922/1938, S. 15
gs/a/1938.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

Seiten-Werkzeuge