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gs:a:1928

1928 - der Einbruch bei Olympia

Das Jahr der großen Erfolge 1927 für den Deutschen Boxsport, ließ auch viele mit Optimismus auf die kommenden Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam blicken. Jedoch vollzog sich in Deutschland ein Generationswechsel. Die erfahrene alte Garde konnte nicht mehr wie bisher eingesetzt werden. Denn Müller, der Europameister im Schwergewicht, wechselt zu den Berufathleten. Domgörgen, Dübbers und Dalchow stiegen eine Gewichtsklasse auf. Dafür reichte aber ihre Kampfkraft für einen vorderen Platz kaum aus. Die Vorbereitungen auf die internationalen Wettkämpfe wurden wie in der Vergangenheit mit der Ermittlung der Besten in Deutschland begonnen. Jedoch sind die Teilnehmerfelder relativ begrenzt. So starten an den

Gaumeisterschaften Mittelsachsen		36   Teilnehmer
Südwestdeutsche Meisterschaft		        39   Teilnehmer
Berliner Meisterschaft		               116   Teilnehmer
Oberschlesiche Meisterschaft		        35   Teilnehmer

Auch der DASV führte in Stuttgart seine Meisterschaften durch. Hier konnten sowohl Anfänger als auch leistungsstarke Boxer gemeldet werden, was zu vielen ungleichen Kämpfen führte.

Der Arbeiter-Athleten-Bund führte am 11. und 12. August 1928 in Ludwigshafen sein 6. Bundesfest durch. In der 12 000 Zuschauer fassenden Festhalle waren drei Boxringe aufgebaut. Bereits am frühen Morgen begannen die Vorkämpfe, die im sportlichem Können oft recht unterschiedliche Kämpfer zusammenführte. Da bis zum späten Abend geboxt wurde konnten innerhalb von zwei Tagen die Sieger trotz dieser großen Anzahl von Teilnehmern ermittelt werden: (Endkampfteilnehmer – Sieger zuerst genannt)

Papiergewicht: 	        Travenier	Ludwigshafen
			Wölfing	        Speyer
Fliegengewicht:	        Penkert	        Gera
			Hein		Brieg
Bantamgew.:		Neubert	        Speyer
			Beuche	        Magdeburg
Federgew.:		Stube		Langensalza
			Steiger		Speyer
Leichtgew.:		Koscieley	Lehrte
			Neubert	        Speyer
Weltergew,:		Voit		Nürnberg
			Klomann	        Speyer
Mittelgew.:		Seekirchen	Velbert
			Beyeler	        Staßfurt
Halbschwergew.:	        Wölfing	        Speyer
			Steinmüller	Hassloch
Schwergew.:		Uffelmann	Barmen
			Weygand	        Friesenheim

Die Zahl der internationalen Vergleiche des AABD war noch relativ gering. So konnten

1926  4 Kämpfe (1x  Schweiz, 3 x Lettland)
1927 13 Kämpfe (5x Schweiz, 6 x Lettland, 2 x Sowjetunion)
1928 vier Kämpfe (Finnland) ausgetragen werden.

Vergleiche wir die Boxentwicklung in Deutschland in diesem Jahr auf der Grundlage der zugelassenen Teilnehmer zu den Ausscheidungskämpfen um die Olympianominierung, so können wir feststellen, Berlin stellt die meisten Wettkämpfer. Es folgen die Boxsportvereine aus München und Köln. War auch der Boxsport in allen großen Städten vertreten, so war doch Berlin die Hauptstadt des Boxsports.

An Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam konnte der bis dahin stärkste deutsche Boxer Pistulla eine Silbermedaille erkämpfen.Damit war er auch Europameister im Halbschwergewicht. Der deutsche Boxsport lag nicht am Boden, wie die erfolgreich bestandenen Länderkämpfe zeigten, aber die exzellenten Einzelkönner der vergangenen Jahre fehlten in den einzelnen Gewichtsklassen.


gs/a/1928.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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