Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


gs:a:1923

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

gs:a:1923 [2010/11/14 19:07]
je
gs:a:1923 [2012/09/24 13:20] (aktuell)
Zeile 1: Zeile 1:
-===== Der Boxsportjahr 1923 =====+===== Das Boxsportjahr 1923 =====
  
-Die Festigung ​ des Amateurboxsports in Deutschland und  die Stabilisierung ​ des Regelwerks waren Ziele des Wirkens im Boxverband. Bereits im Januar (Heft 120, vom 19.01.23, S.10) werden die Ausschreibungen für die Deutschen Meisterschaften veröffentlicht. Zuvor werden die Meisterschaften der einzelnen Landesverbände ausgetragen. In Berlin darf jeder Verein in jeder der acht Gewichtsklassen zwei Teilnehmer stellen. In anderen Landesverbänden erfolgt eine  Aufteilung in Bezirke und Gaue, um die Anleitung und Kontrolle zu erleichtern (vgl.: Süddeutscher Amateurboxverband).+Die Festigung des Amateurboxsports in Deutschland und  die Stabilisierung ​ des Regelwerks waren Ziele des Wirkens im Boxverband. Bereits im Januar ​((Heft 120, vom 19.01.23, S.10)) werden die Ausschreibungen für die Deutschen Meisterschaften veröffentlicht. Zuvor werden die Meisterschaften der einzelnen Landesverbände ausgetragen. In Berlin darf jeder Verein in jeder der acht Gewichtsklassen zwei Teilnehmer stellen. In anderen Landesverbänden erfolgt eine  Aufteilung in Bezirke und Gaue, um die Anleitung und Kontrolle zu erleichtern ​((vgl.: Süddeutscher Amateurboxverband)).
  
-Da die Wettkämpfe auf Grund der noch relativ offenen Regelungen und der noch unzureichenden Technikentwicklung auch zu Verletzungen führten, ​ gründete der Hamburger Boxverband ​ eine Unterstützungskasse für beim Kampf verletzte Boxer. (vgl.: Boxsport 1925, Nr. 225, vom 16.01.25, S.15) +Da die Wettkämpfe auf Grund der noch relativ offenen Regelungen und der noch unzureichenden Technikentwicklung auch zu Verletzungen führten, gründete der Hamburger Boxverband ​ eine Unterstützungskasse für beim Kampf verletzte Boxer. ​((vgl.: Boxsport 1925, Nr. 225, vom 16.01.25, S.15)
- Die Zulassungsbeschränkungen für das Amateurboxen sind begrenzt. So darf jeder Reichsdeutsche (auch aus besetzten Gebieten) starten, wenn er die Amateureigenschaft besitzt oder einem Sportverein angehört. + 
-Die Meisterschaften 1923 bildeten den ersten Höhepunkt des Boxjahres. Nach den Qualifikationen,​ dazu dienten die Landesmeisterschaften ​ der einzelnen Landesverbände,​ die bis zum 01.03. abgeschlossen werden mussten, begannen die nationalen Wettkämpfe. Für die Meisterschaften ​ in Würzburg hatten ​ 54 Kämpfer für die 8 Gewichtsklassen gemeldet. Ein großes Programm, wenn  bedacht wird, dass die 3. Plätze ausgeboxt wurden.+Die Zulassungsbeschränkungen für das Amateurboxen sind begrenzt. So darf jeder Reichsdeutsche (auch aus besetzten Gebieten) starten, wenn er die Amateureigenschaft besitzt oder einem Sportverein angehört. 
 +Die Meisterschaften 1923 bildeten den ersten Höhepunkt des Boxjahres. Nach den Qualifikationen,​ dazu dienten die Landesmeisterschaften ​ der einzelnen Landesverbände,​ die bis zum 01.03. abgeschlossen werden mussten, begannen die nationalen Wettkämpfe. Für die Meisterschaften ​ in Würzburg hatten 54 Kämpfer für die 8 Gewichtsklassen gemeldet. Ein großes Programm, wenn  bedacht wird, dass die 3. Plätze ausgeboxt wurden
 + 
 +Als die Amerikaner im Jan./Feb. 1923 aus Koblenz abzogen, hinterließen sie gut ausgebildete Koblenzer Boxsportler ((vgl.: Boxsport, Nr. 121, vom 26.01.23, S. 10)), die ihre Leistungsfähigkeit in mehreren Städtevergleichen demonstrierten. Denn nicht überall war der Boxsport so verbreitet. Im Land Brandenburg war Berlin das Zentrum, aber in vielen Städten wie Frankfurt/​Oder,​ Prenzlau, Luckenwalde oder Potsdam fehlten Boxvereine. Deshalb sind die Berliner Vereine wie im Jahr zuvor wieder aufgerufen, Werbeveranstaltungen ​ durchzuführen. Am 02.Februar 1923 fand eine solche Veranstaltung im Konzerthaus in Potsdam statt. Dort kämpften unter anderem die Amateure Wetzel und Brand über sechs Runden gegeneinander. Aber auch die Berufssportler gingen in der gleichen Veranstaltung in den Ring. Die Trennung von Amateur- und Berufssportlern war vorgesehen, aber an der Werbung waren beide Seiten gleich interessiert.
  
-Als die Amerikaner im Jan./Feb. 1923 aus Koblenz abzogen, hinterließen sie gut ausgebildete Koblenzer Boxsportler (vgl.: Boxsport, Nr. 121, vom 26.01.23, S. 10), die ihre Leistungsfähigkeit in mehreren Städtevergleichen demonstrierten. Denn nicht überall war der Boxsport so verbreitet. Im Land Brandenburg war Berlin das Zentrum, aber in vielen Städten wie Frankfurt/​Oder,​ Prenzlau, Luckenwalde oder Potsdam fehlten Boxvereine. Deshalb sind die Berliner Vereine wie im Jahr zuvor wieder aufgerufen, Werbeveranstaltungen ​ durchzuführen. Am 02.Februar 1923 fand eine solche Veranstaltung im Konzerthaus in Potsdam statt. Dort kämpften unter anderem die Amateure Wetzel und Brand über sechs Runden gegeneinander. Aber auch die Berufssportler gingen in der gleichen Veranstaltung in den Ring. Die Trennung von Amateur- und Berufssportlern war vorgesehen, aber an der Werbung waren beide Seiten gleich interessiert. 
 Die Polizei als Ordnungsmacht hatte sich ganz dem Boxsport verschrieben. Fanden am 06. Februar 1923  die Berliner Polizeimeisterschaften statt, gab es Anfang April weitere Vergleichskämpfe. Die Polizei als Ordnungsmacht hatte sich ganz dem Boxsport verschrieben. Fanden am 06. Februar 1923  die Berliner Polizeimeisterschaften statt, gab es Anfang April weitere Vergleichskämpfe.
-Als Sensation wurden immer die Internationalen Damen-Box-Kämpfe ​ in der Berliner Friedrichstraße angekündigt,​ aber ein Bericht dazu erfolgte nicht. ( Vgl.: Boxsport Nr. 121, vom 26.01.23, S.12 ) Der Boxsport galt als Männersport. +Als Sensation wurden immer die Internationalen Damen-Box-Kämpfe ​ in der Berliner Friedrichstraße angekündigt,​ aber ein Bericht dazu erfolgte nicht. ​(( Vgl.: Boxsport Nr. 121, vom 26.01.23, S.12 )) Der Boxsport galt als Männersport. 
-Eine Erfindung, die heute noch jeder Boxsportler schätzt, datiert auf das Jahr 1923. Der Kölner Curt Schindler bot für die Boxsportler den Mundschutz an. Doch es dauerte weitere 50 Jahre bis alle erkannten, dass ein Mundschutz ​ nicht eine Behinderung,​ sondern eine Schutzfunktion ausübt. Es dauert immer einige Zeit, bis Neuerungen sich durchsetzen und Erfahrungen ausgewertet werden. In der Würzburger Tagung des DRfAB, dem  ca. 300 Vereine angehörten,​ wurde festgelegt, dass bei Vereinswettkämpfen ​ fünf  Runden a 3 Minuten geboxt werden kann, gegenüber den anderen Wettkämpfen,​ wo der Wettkampf auf 3 x 3 Minuten festgelegt war. Der Antrag auf die Einführung der 6 Unzen-Handschuhe wurde abgelehnt. Die Amateure kämpften weiter mit 8 uz Handschuhen. Doch über die Länge der Rundenzeiten war man sich noch nicht klar. So überlegte Mandlar (Boxsport Nr.: 168, vom 20.12.1923, S. 2) ob 3 oder 5 Runden für alle Kämpfe eingeführt werden sollten. Die Drei- Runden-Regel setzte sich aber durch. + 
-Das Jahr 1923 ist nicht nur durch die Inflation geprägt, wo die Zeitung ​der Box-Sport ​ im Mai 1923 800.- Mark kostete, sondern auch durch das Auftreten neuer Sportgruppen. Der jüdische Boxclub Maccabi tritt am 07.Novenber 1923 in Berlin an die Öffentlichkeit. (Vgl.: Box-Sport Nr. 163, vom 16.11.1923, S. 6 )+Eine Erfindung, die heute noch jeder Boxsportler schätzt, datiert auf das Jahr 1923. Der Kölner Curt Schindler bot für die Boxsportler den Mundschutz an. Doch es dauerte weitere 50 Jahre bis alle erkannten, dass ein Mundschutz nicht eine Behinderung,​ sondern eine Schutzfunktion ausübt. Es dauert immer einige Zeit, bis Neuerungen sich durchsetzen und Erfahrungen ausgewertet werden. In der Würzburger Tagung des DRfAB, dem  ca. 300 Vereine angehörten,​ wurde festgelegt, dass bei Vereinswettkämpfen ​ fünf  Runden a 3 Minuten geboxt werden kann, gegenüber den anderen Wettkämpfen,​ wo der Wettkampf auf 3 x 3 Minuten festgelegt war. Der Antrag auf die Einführung der 6 Unzen-Handschuhe wurde abgelehnt. Die Amateure kämpften weiter mit 8 uz Handschuhen. Doch über die Länge der Rundenzeiten war man sich noch nicht klar. So überlegte Mandlar ​((Boxsport Nr.: 168, vom 20.12.1923, S. 2)) ob 3 oder 5 Runden für alle Kämpfe eingeführt werden sollten. Die Drei- Runden-Regel setzte sich aber durch. 
 + 
 +Das Jahr 1923 ist nicht nur durch die Inflation geprägt, wo die Zeitung ​"​Der ​Box-Sport" ​im Mai 1923 800.- Mark kostete, sondern auch durch das Auftreten neuer Sportgruppen. Der jüdische Boxclub Maccabi tritt am 07.Novenber 1923 in Berlin an die Öffentlichkeit. ​((Vgl.: Box-Sport Nr. 163, vom 16.11.1923, S. 6 ))
  
 ---- ----
 [[1922|{{wiki:​left.png }}]][[1924|{{ wiki:​right.png}}]] [[1922|{{wiki:​left.png }}]][[1924|{{ wiki:​right.png}}]]
gs/a/1923.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

Seiten-Werkzeuge