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gs:a:1922

Das Boxsportjahr 1922

Die vielen Vereine, die neu gegründet wurden, veranstalteten Wettkämpfe, die sich an unterschiedliche Vorbilder anlehnten.

So kämpften am 17. Januar 1922 in einer Veranstaltung in Magdeburg die Amateure und Berufsboxer, obwohl sich beide Verbände sehr stark vom Ziel und Inhalt unterscheiden. Bereits eine Woche vorher hatten Polizeimeisterschaften stattgefunden, wobei die Kampfzeit auf sechs Runden zu je 3 Minuten festgelegt war. Die Handschuhgröße, in der die meisten Wettkämpfe stattfanden, war auf 8 Unzen festgelegt. Bei den Polizeimeisterschaften aber wurden 6 Unzen Handschuhe verwendet. Kein Wunder, wenn dann die Zeitungen berichteten, dass der Boxkampf keine Liebesübung ist, sondern der Kampf „ist mehr auf den Nervenreiz und die Sensationslüste der Zuschauer gerichtet“ 1). Dennoch breitet sich der Boxsport immer weiter aus. Es wachsen die Vereine und die Anzahl der Vereine in den Landesverbänden steigt. So umfasst der Berliner Boxverband bereits 37 Vereine.

der Norddeutsche ABV		22,
der Westdeutsche ABV		31,
der Mitteldeutsche ABV		17 Vereine.

Auch das Interesse der Bevölkerung am Boxsport wächst. So verfolgen den Städtekampf im Boxen Berlin gegen Wien (6: 1 für Deutschland) über 1000 Zuschauer 2). Entscheidend für die Ausbreitung des Boxsports dürften jedoch die vielen Wettkämpfe gewesen sein, die spannende Auseinandersetzungen versprachen und die von Aktiven ausgetragen wurden, die im Territorium bekannt waren. Eine große Rolle spielten die lokalen Meisterschaften der einzelnen Landesverbände. Am 10. Februar 1922 wurden die I. Hamburger Meister (des neuen Verbandes) ermittelt.

Gewichtsklasse		        Name		Sportverein

Fliegengew.			Zinnschlag	Roland
Bantamgew.			Fürbötter	Olympia
Federgew.			Preuß		Olympia
Leichtgew.			Schmidt		Roland
Weltergew.			Schwedersky	Olympia
Mittelgew.			Pourlenck	Sportmann
Halbschwergew.		        Winterling	Alarich
Schwergew.			Krüger		Olympia
            

Das im April 1922 tagende Boxsportparlament beschäftigte sich mit Regelfragen und mit den Meisterschaften, zu dem die einzelnen Landesverbände nur eine bescheidene Anzahl von Wettkämpfern gemeldet hatte, so unter anderem3):

der Berliner BBV		10 Teilnehmer
der Mitteldeutsche ABV		8
der NordwestdeutscheABV 	6
der Südwestdeutsche ABV		7
der Südostdeutsche ABV		6
der Westdeutsche ABV		8
Sportverband der Schupo 	5 .

Da Deutschland aber immer noch von internationalen Vergleichen isoliert war, wurden für 1922 die Deutschen Kampfspiele als Ausgleich und nationaler Höhepunkt ausgeschrieben. Sie sollten auch im Boxsport als Meisterschaft gelten. Sie wurden durchgeführt, jedoch neben der Meisterschaft des Deutschen-Amateur-Box–Verbandes.

Die deutschen Kampfspiele bildeten dann doch den Höhepunkt der nationalen Boxwettkämpfe mit 276 Meldungen aus ganz Deutschland 4). Das waren Meisterschaften, an denen sowohl der DASV als auch der DRfAB teilnahm. Hier wurden die ersten Meister dieser beiden Verbände ermittelt- Endkämpfe vom Fliegen – bis Schwergewicht -:

Nefzger München DASV 		– 	        Adrion Stuttgart DASV
Werner Berlin 			–       	Conrad Erfurt DASV
Noack Berlin 			– 		Schmidt Bremen DASV
Funke Berlin 			– 		Griese Berlin 
Kaube Berlin 			– 		Kuhn Berlin 
Schwarz Saarbrücken DASV        - 		Neuner DASV München
Mehling Würzburg 		– 		Czapp – Düsseldorf
Gron Berlin 			– 		Haymann München DASV

Auf der gleichen nationalistischen Ebene lagen aber auch Vorschläge des Süd-Deutschen -Amateur-Box-Verbandes, ein Startverbot für alle deutsch-französischen Boxkämpfe im besetzten Gebiet auszusprechen.5)


1) Boxsport, Nr. 71, vom 26.01.1922, S. 2
2) Boxsport Nr. 72, vom 02.02.1922, S.17
3) Vgl.: Boxsport Nr. 83, vom 21.04.1922 S.8
4) Vgl.: Boxsport Nr. 88, vom 22.Mai 1922
5) Boxsport Nr. 86, vom 11.Mai 1922, S.16
gs/a/1922.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/24 13:20 (Externe Bearbeitung)

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